Spätestens seit dem 10. August 2008 kennt jeder Sportinteressierte Heike Fischer. An diesem Tag atmete ganz Sport-Deutschland auf, als sie zusammen mit ihrer Synchronpartnerin Ditte Kotzian die erste Medaille für Deutschland bei den Olympischen Sommerspielen in Peking holte: Bronze beim Springen vom Dreimeterbrett. Dieser Erfolg reiht sich ein in eine beeindruckende Phalanx weiterer Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften und 22 deutscher Meistertitel. Obwohl doch bereits die Vorbereitung auf den Spitzensport zeit- und kräfteraubend ist, studiert die 26-jährige Sportsoldatin Betriebswirtschaftslehre an der AKAD-Fachhochschule Leipzig.
AKAD: Sie haben ja im Sommer die erste, sehnlich erwartete olympische Medaille für Deutschland gewonnen. Der Medienrummel um Sie war groß. Was war das für ein Gefühl?
Heike Fischer: Am schönsten war die große Medienresonanz für unsere Sportart, das Wasserspringen, die deutlich bekannter wurde. Ich und Ditte haben das ganze Jahr an diesen 10. August gedacht und uns mental auf diesen Tag vorbereitet. Wir wollten die Medaille unbedingt und so ist für uns ein Traum in Erfüllung gegangen.
AKAD: Bei Olympia haben Sie aber nicht in AKAD-Lektionen geschaut – oder?
Heike Fischer: Nein. Ich habe im März ein halbes Jahr Studienpause eingelegt, um mich richtig auf Olympia vorzubereiten. Prüfungen und Olympia, das hätte nicht funktioniert. Jetzt hole ich das Versäumte nach. Noch vier Prüfungen muss ich ablegen, dann habe ich das Vordiplom abgeschlossen. Im Sommer 2010 möchte ich gerne das Diplom in der Tasche haben.
AKAD: Welche Eindrücke haben Sie außerhalb Ihres Sports insgesamt von den Olympischen Spielen in China mitgenommen?
Heike Fischer: China war schon sehr ausgefallen. Anders als vor vier Jahren, bei den Olympischen Spielen in Athen, haben es die Chinesen geschafft, die ganze Veranstaltung als Event noch mal zu toppen. Es waren Spiele, an die man sich vom Äußeren her gerne zurückerinnert. Die Kulisse war großartig, alles war perfekt organisiert. Egal, wohin man ging, es war alles hervorragend vorbereitet und schön anzusehen, alle waren sehr freundlich. Doch nach 31 Tagen war ich auch wieder froh, nach Deutschland zurückzukommen. Nicht, dass es etwas zu bemängeln gegeben hätte. Es ist, wie gesagt, alles sehr akkurat und straff organisiert gewesen. Mir fehlte jedoch das Individuelle, Kreative und Spontane. Die Persönlichkeit der Menschen trat bei ihrer
Aufgabe in den Hintergrund.
AKAD: Warum studieren Sie eigentlich noch neben dem Sport?
Heike Fischer: Nur Sport – das kann es nicht sein. Mir war schon nach dem Abitur klar, dass ich neben dem Spitzensport auch irgendwann ein zweites Standbein benötige. Zuerst habe ich an ein Sportstudium gedacht, mich dann aber wegen der Möglichkeiten doch für Betriebswirtschaft entschieden.
AKAD: Warum haben Sie sich damals für ein Studium bei AKAD entschieden?
Heike Fischer: Ganz einfach: Weil hier das Studium sehr fl exibel ist und ich meine Prüfungstermine sehr variabel – in verschiedenen Städten, zu verschiedenen Zeiten – absolvieren kann. Somit ist es mir möglich, alle Wettkämpfe und Trainingslager mit dem Studium in Einklang zu bringen. So habe ich schon über die Hälfte der AKAD-Standorte gesehen und in Leipzig, Stuttgart, Pinneberg und München Seminare besucht.
AKAD: Und wie vereinbaren Sie beides – Spitzensport und Studium?
Heike Fischer: Ich habe eigentlich immer meine AKAD-Lerneinheiten im Reisegepäck; in den Zeiten zwischen dem Training werden sie dann hervorgeholt, auch wenn es Überwindung kostet, sich körperlich geschafft noch zum Lernen hinzusetzen. Hier kommt mir meine Disziplin zugute, ohne die ja auch beim Spitzensport kein Erfolg möglich wäre.
AKAD: Und wie haben Sie von AKAD erfahren?
Heike Fischer: Meine Laufbahnberaterin vom Olympiastützpunkt Leipzig hat mich auf AKAD aufmerksam gemacht. Andere Einrichtungen wie die Fernuni Hagen kamen schon wegen ihrer unfl exiblen Termine für mich nicht infrage.
AKAD: Haben Sie schon eine Idee für Ihre Diplom arbeit?
Heike Fischer: Ich könnte mir vorstellen, mich mit Konzepten auseinanderzusetzen, die auf die Vereinbarkeit von Sport und Studium beziehungsweise Weiterbildung abzielen.
AKAD: Jede Sportkarriere findet einmal ein natürliches Ende. Wie sieht es da in Ihrem Sport aus, wann hört in der Regel eine Athletin alters- und leistungsmäßig mit ihrem Sport, zumindest auf diesem Niveau, auf?
Heike Fischer: Bei Frauen ist das perfekte Springeralter zwischen 25 und 27 Jahren. Es gibt Frauen, die springen noch mit 32 Jahren. Es kommt eben darauf an, wie man sich selbst leistungs mäßig fühlt, ob man noch Potenzial hat und natürlich: ob man damit noch erfolgreich ist.
AKAD: Wie könnte Ihre zweite Karriere nach dem Spitzensport aussehen?
Heike Fischer: Nächstes Jahr werde ich ein Praktikum im Bereich Marketing machen und im Marketingumfeld könnte dann auch mein Beruf angesiedelt sein. Schön wäre es, wenn ich hierfür in der Region, in Leipzig, bleiben könnte.
AKAD: Wie wichtig ist für Sie lebenslanges Lernen?
Heike Fischer: Ich denke, das ist sehr wichtig. Man lernt eben nie aus. Aber ich gebe auch zu, dass ich, wenn ich mein Studium dann geschafft habe, auch erst einmal sehr, sehr zufrieden sein werde. Dann klopfe ich mir auf die Schulter und sage: Du hast es geschafft!
AKAD: Was wünschen Sie denn der AKAD für die nächsten 50 Jahre?
Heike Fischer: Ich wünsche der AKAD, dass sie weiterhin so fl exibel bleibt, dass sie sich immer weiterentwickelt und natürlich viele, viele Studenten hat. Ich muss hier ein Lob aussprechen: Ich bin sehr zufrieden mit der Hochschule. Es ist einfach schön, dass mich die AKAD so dabei unterstützt, Sport und Studium unter einen Hut zu bringen.
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