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Das aufwändige Geschlecht

Laufzeit 01.08.2007 - 31.01.2010

Projektbeschreibung
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für angewandte Weiterbildungsforschung - Institut für Ökonomische Bildung e. V. an der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr (Leitung Dr. Bernd Remmele) und dem Institut für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg i.Br. (Leitung Prof. Dr. Britta Schinzel). Gefördert wird Das Aufwändige Geschlecht von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Immer mehr Hochschulen nutzen das Internet, um Teile des Studiums, organisatorisch oder inhaltlich, durchzuführen oder zu unterstützen. Diese Abwicklung des Lernens und Lehrens per Internet, das E-Learning (so die projektbezogene Definition), hat ihre eigenen, spezifischen Kontexte und Kontextbedingungen. Und sie hat ihre eigenen Verwerfungen und Differenzierungen (Stichwort "digital divide"). In jedem Fall spielen bei der Nutzung von Internet- und PC-basierten Lernumgebungen Selbst- und Fremdzuschreibungen, beispielsweise in Bezug auf Geschlecht, eine entscheidende Rolle.

Das Projekt untersucht die Nutzung von E-Learning an vier Hochschulen in Deutschland und in der Schweiz. Dabei geht es ganz zentral um die Einschätzung der eigenen Kompetenzen und der Handhabung von E-Learning. Hier spielt eben auch Geschlecht eine wichtige Rolle, wie viele Studien in anderen informationstechnologischen Bereichen zeigen.

Geschlecht ist aber keine statische Größe, sondern wird in Abhängigkeit vom sozialen Kontext ‚gemacht’, das heißt ‚sozial konstruiert’. So kann, was an einem Ort oder zu einer bestimmten Zeit als weiblich gilt, andernorts oder zu einer anderen Zeit als männlich gelten. Eine verbreitete Methode, Geschlecht zu konstruieren, ist in unserer Gesellschaft die Bezugnahme auf Technik. Technik gilt als männliches Kompetenz- und Interessensgebiet. Geschlecht und Technik werden gewissermaßen ko-konstruiert. Beim Umgang mit Neuen Medien, der als Umgang mit Technik interpretiert wird, überlagert Geschlecht in der Interpretation häufig andere Faktoren (z.B. Alter, Medienerfahrung, Einkommen, sozialer Status), die die Diversität der Nutzungsweisen von Informationstechnologien und E-Learning ausmachen.

Mit der umfassenden Weiterentwicklung von Informationstechnologien allgemein und von E-Learning im Besonderen, wird aber beides immer weniger als ‚Technik’ aufgefasst und scheint so immer weniger geeignet, zur Konstruktion von Geschlechteridentitäten beizutragen.
Im Bereich des E-Learning wird es immer aufwändiger, sich auf diese klassischen Parallelen zurückzuziehen bzw. diese Parallelen (Technik = männlich = unweiblich) werden immer weniger gezogen.

Fragestellungen, die wir in diesem Zusammenhang untersuchen, sind insbesondere:

  • Unterstützen die Struktur und die Handhabung von E-Learning-Settings Geschlechterkonstruktionen, v.a. auch Selbstzuschreibungen, der Studierenden, die sie nutzen? Wenn ja, auf welche Weise?
  • Welche geschlechtlichen Differenzierungen werden in E-Learning-Settings produziert, angesprochen und wirksam?
  • Wie kann mit Mitteln der E-Governance, also durch Eingriffe in technik-basierte Regulierungen, auf die Formen der Reproduktion von Geschlecht eingewirkt werden?

Unsere Forschungsthesen sollen im Rahmen des Projektes sowohl theoretisch begründet als auch empirisch mit einer Metaanalyse und einer eigenen empirischen Studie untersucht werden. Die empirische Untersuchung erfolgt mit einer Methoden-Triangulation (Methoden-Mix; Analyse der Nutzungskontexte und Nutzungsweisen sowie der Selbsteinschätzung und Haltung der NutzerInnen).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
An der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr (WHL):

  • Dr. Bernd Remmele
  • Dr. Dominique Schirmer (operative Leitung)
  • Matthias Holthaus, M.A.

Am Institut für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg (IIG):

Am Fachbereich 4 - Wirtschaftswissenschaften II der HTW Berlin im Bereich der Angewandten Informatik:

Am Psychologischen Institut der Universität Zürich:

  • PD Dr. Ulf-Dietrich Reips (u.reips(at)psychologie.unizh.ch)
  • Georgette Reips

Beteiligte Institutionen
An folgenden Institutionen werden E-Learning-Settings untersucht:

Kontakt
Für Fragen und Informationen steht Ihnen Dr. Dominique Schirmer (dominique.schirmer(at)whl-lahr.de) gerne zur Verfügung.
Weitere AnsprechpartnerInnen sind an der Wissenschaftliche Hochschule Lahr Dr. Bernd Remmele (bernd.remmele(at)whl-lahr.de) und am Institut für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg (IIG) Prof. Dr. Britta Schinzel (schinzel(at)modell.iig.uni-freiburg.de).