Forschungsschwerpunkte Finance, Accounting, Controlling and Taxation
Ausgewählte laufende Forschungsbereiche
- Finanzielles Risikomanagement in finanziellen und nichtfinanziellen Unternehmen: Der zieladäquate Umgang mit finanzwirtschaftlichen Risiken ist für alle Unternehmen von existenzieller Bedeutung. Aufgrund der erkennbaren Defizite sowie der negativen einzel- und gesamtwirtschaftlichen Folgen schreibt der Gesetzgeber für Kreditinstitute und auch für nicht-finanzielle Unternehmen seit langem den Aufbau und die Existenz eines adäquaten Risikomanagementsystems vor. Je nach Risikoart und Branche weisen die Verfahren einen recht unterschiedlichen Entwicklungsstand auf. Zudem erwachsen im Zeitverlauf neue Formen von Risiken, aber auch von Risikoanalyse und -steuerungsinstrumenten. Neben einer Bestandsaufnahme der notwendigen und der vorhandenen Risikomanagementverfahren gilt das besondere Augenmerk der Übertragbarkeit bzw. Adaption von speziell für Kreditinstitute entwickelten Verfahren auf nicht-finanzielle Unternehmen.
- Controllinginstrumente und -verfahren in und für KMU und im Betriebsbereich von Banken: In Deutschland und in vielen anderen Ländern sind KMU von besonderer Bedeutung für die nationale Volkswirtschaft etwa in Bezug auf die Bereitstellung von Arbeitsplätzen oder die Innovationskraft. KMU-spezifischen Vorteilen wie z.B. Flexibilität und flache Hierarchien stehen allerdings auch größenbedingte Nachteile etwa im Bereich der Unternehmensführung gegenüber. Entscheidungen werden vielfach „aus dem Bauch heraus“ getroffen, auch weil Controllinginstrumente oftmals nur in Ansätzen implementiert sind. Mittlerweile sind auch für die speziellen Bedürfnisse von KMU konzipierte Controllingverfahren entwickelt worden, sodass das neben einer Analyse des Status Quo auch die Anwendbarkeit der neuen Verfahren zu analysieren ist. Zudem sollen Ansätze und Wege zur Erhöhung der Anwendungsbereitschaft aufgezeigt werden. Da in Kreditinstituten der Entwicklungsstand der Controllinginstrumente und- verfahren im Betriebsbereich verglichen mit dem Wertbereich als rückständig anzusehen ist, stellt die Fortentwicklung entsprechender Ansätze ebenfalls ein bedeutendes Aufgabenfeld im hier betrachteten Forschungsbereich dar.
- Regulierung des finanziellen Sektors auf dem Prüfstand: Im Zuge der Finanzmarktkrise sind die zuvor in Teilbereichen der Bankenregulierung erkennbaren Tendenzen zur Deregulierung zum Stillstand gekommen. Stattdessen werden die speziell im Bereich der Eigenkapitalunterlegung bestehenden Bemühungen zum übernational harmonisierten Schließen regulativer Lücken verstärkt und auch auf den Bereich der Liquiditätsrisiken ausgedehnt. Weitgehend unerforscht sind bislang die möglichen Folgen der Re-Regulierung etwa für die Struktur und Stabilität des Finanzsystems oder die Kreditversorgung der nichtfinanziellen Unternehmen. Dementsprechend sind die aktuellen und zukünftig absehbaren Bestandteile der Bankenregulierung einer kritischen Würdigung zu unterziehen, die nicht nur auf der Ebene der einzelnen Regulierungsnormen, sondern auch auf deren Zusammenwirken abstellt.
- Zusammenspiel von internem und externem Rechnungswesen: Im Gegensatz zum externen Rechnungswesen, das weitgehend durch gesetzliche oder ähnlichartige Vorschriften normiert ist, hat das interne Rechnungswesen eine zuvorderst betriebspolitisch motivierte Prägung. Forciert durch die Harmonisierung und Weiterentwicklung internationaler Rechnungslegungsvorschriften, insbesondere in Form von IAS (International Accounting Standards) und IFRS (International Financial and Reporting Standards), ist jedoch in jüngerer Zeit ein Zusammenwachsen des internen und externen Rechnungswesens zu verzeichnen. Dies äußerst sich explizit bei Kapitalgesellschaften, insbesondere in Form von Konzernen, die gemäß IFRS 8 im Rahmen der Segmentberichterstattung verpflichtet sind, den sog. Management Approach anzuwenden, wonach die im internen Rechnungswesen verwendeten Steuerungsgrößen auch für die Berichterstattung im externen Rechnungswesen verwendet werden müssen. Anknüpfend an diese Integrationsnotwendigkeiten gilt es weitere Integrationsmöglichkeiten zwischen internen und externen Rechnungswesen et vice versa im Rahmen entsprechender Forschungsprojekte dahingehend zu analysieren, inwieweit durch die Verwendung einheitlicher Steuerungs- und Berichtsgrößen nachhaltig Vereinfachungen und Effizienzvorteile im Bereich der Steuerungs- und Reportingressourcen erzielt werden können. Derartige Erkenntnisgewinne können auch für die Gestaltung der Steuerungs- und Berichtsgrößen von Personengesellschaften relevant sein, insbesondere wenn diese in Wertschöpfungsnetzwerken mit Kapitalgesellschaften kooperieren.
- Neue Ansätze für die Finanzmarktregulierung: Die Erfahrungen der jüngsten Finanzkrise haben gezeigt, wie in einer globalisierten Welt mit großen Informationsasymmetrien und komplizierten Finanzmarktprodukten das vorhandene Regelwerk für den Finanzsektor nicht richtig funktioniert. Vielfach wurden die Zentralbanken aufgrund ihrer expansiven Geldpolitik, die zu den Spekulationsblasen geführt haben soll, kritisiert. In diesem Forschungsbereich untersuchen wir die Auswirkungen der expansiven Geldpolitik und erläutern, wie individuell rationales Verhalten gesellschaftlich zu einem unerwünschten Ergebnis führen kann. Darauf aufbauend werden neue Ansätze der Finanzmarktregulierung (makroprudenzielle Regulierung, nachhaltige Vergütungssysteme) erarbeitet, der zukünftig vor systemischen Risiken besser schützen soll.
- Metacontrolling (Gestaltung von Controllingsystemen): Angesichts der Vielfalt der in der betriebswirtschaftlichen Theorie und Praxis diskutierten Methoden und Instrumente für das Controlling einerseits und der branchen- und institutionenspezifischen Controllinganforderungen andererseits bildet die zielkonforme systematische Gestaltung von Controllingsystemen ein sehr bedeutendes und zugleich anspruchsvolles Forschungsfeld. In Kooperation mit den Universitäten Bergische Universität Wuppertal und Universität Duisburg-Essen forscht die WHL im Bereich des Metacontrollings. Aktuell ist ein für 2012 geplanter DFG-Projektantrag mit folgenden drei Teilprojekten in Vorbereitung: im ersten Teilprojekt ist eine empirische Untersuchung zur Gestaltungspraxis von Controllingsystemen in Deutschland nebst Erfolgsfaktoren- und Schwachstellenanalyse vorgesehen. Das zweite Teilprojekt ist der Ontologieforschung gewidmet, wobei die Gestaltung des Wissensmanagements im Bereich der Verifikation und Validitätsforschung der Erfüllung von Anforderungen bzw. Steuerungszielen von Controllingmethoden im Vordergrund steht. Das dritte Teilprojekt dient der Softwaresystementwicklung und -integration zur Implementierung der zugrunde liegenden Metacontrolling-Konzeption.
- Strategisches Bankmanagement
- Regulierung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten
- Ertrags- und Risikomanagement von Banken
- Bankmarketing
- Risikomanagement und -controlling in Unternehmen
- Unternehmensfinanzierung, speziell von KMU
- Gründungs- und Entwicklungscontrolling, speziell von KMU
- Metacontrolling (Gestaltung von Controllingsystemen)
- Solvency and Value-Based-Management
- International Accounting & Decision Usefulness
- Internationalisierung der Rechnungslegung
- Integration von internem und externem Rechnungswesen
- Unternehmensbesteuerung
- Praxis der betrieblichen Steuerlehre
- Makroprudenzielle Finanzmarktregulierung
- Nachhaltige Vergütungssysteme