Unsere Hochschulen  > Wissenschaftliche Hochschule Lahr (WHL)  > Lehrstühle  

Forschung

Im Forschungsbereich unserer Homepage erhalten Sie Einblicke in unsere Forschungsschwerpunkte. Außerdem bieten wir Ihnen Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten. Darüber hinaus beinhaltet die Rubrik "Informationen zu den Forschungsschwerpunkten" allgemeine Informationen zu unseren Forschungsrichtungen. Bei Fragen zu unseren Forschungsprojekten stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte, die am Lehrstuhl vertreten werden, liegen im Bereich der Versicherungsökonomik und der Gesundheitsökonomik.

Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet der Versicherungsökonomik

  • Ausgestaltung eines Gesamtkonzepts aus Renten- und Steuerreform, so dass ein pareto-optimaler Übergang vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren möglich ist
  • Versicherung von Risiken und Erweiterung der Versicherbarkeit durch Risikoteilung (Rückversicherung), bzw. durch Risikotransfer auf den Kapitalmarkt (Catbonds, Versicherungsoptionen)
  • staatliche Risikoübernahme aus allokationstheoretischer und wettbewerblicher Sicht;
  • Aufbau eines adäquaten Risikomanagements im VU und nachhaltige Weiterentwicklung der Instrumente der Unternehmenssteuerung (werteorientierte Steuerung von VU mit Hilfe interner Risikomodelle)
  • Bilanzierung von Versicherungsverträgen nach IFRS 4 (Fair Value?)

Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomik:

  • Möglichkeiten zur Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen: Regulierungs- vs. Wettbewerbslösungen
  • Empirische Analyse der Determinanten der Gesundheitsausgaben in Deutschland, insbesondere der Gesetzlichen Krankenversicherung
  • Finanzierungsmöglichkeiten des Gesundheitssystems generell und insbesondere der Krankenversicherung im Rahmen der sozialen Sicherungssysteme
  • Internationaler Gesundheitssystemvergleich: Ein krankheitsbezogener Ansatz zur Beurteilung der Qualität von Gesundheitssystemen

Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet der Neuen Institutionenökonomik:

  • Positive und normative Theorie der Institutionen sowie die Anwendung des theoretischen Instrumentariums auf die Realität
  • Institutionenbezogene Theorie der Wirtschaftspolitik
  • Gestaltung von Leitlinien für rationale Wirtschaftspolitik
  • Ein weiteres Forschungsgebiet des Lehrstuhls außerhalb der Versicherungsökonomik und Gesundheitsökonomik stellt die europäische Integration, insbesondere die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dar.

Laufende Forschungsprojekte

Marktwirtschaft und Gerechtigkeit – Institutionen und Marktperformance – gefördert durch eine Anschubfinanzierung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Das Forschungsvorhaben ist ein Teilprojekt der interdisziplinären und interinstitutionellen Arbeitsgruppe zum Spannungsverhältnis zwischen Marktwirtschaft und Gerechtigkeit. Die Fragestellung richtet sich auf das Wechselverhältnis des Institutionensystems, in dem sich verschiedene Gerechtigkeitsvorstellung ausprägen, und der Marktperformance: Wie wirken einerseits unterschiedliche Gerechtigkeitsvorstellung die wirtschaftliche Entwicklung von Gesellschaften, indem sich die Funktionsweise des Marktes als Koordinationsmechanismus beeinflussen? Und welche Rückwirkungen gibt es andererseits von der wirtschaftlichen Entwicklung bzw. dem Wohlstandsniveau auf die Vorstellungen der Gesellschaftsmitglieder?

Vorstellungen über Moral und soziale Gerechtigkeit gehören in den Bereich der informellen Institutionen, die zusammen mit den formellen Institutionen das Institutionensystem einer Gesellschaft bilden. Dieses Institutionensystem determiniert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft, und damit auch den Wohlstand der Gesellschaftsmitglieder. Relevant für das Funktionieren von Märkten und damit für das von den Märkten hervorgebrachte Ergebnis sind neben formellen Regelungen insbesondere auch die Verhaltensmuster der in den Märkten tätigen und vom Marktergebnis betroffenen Akteure. Die Verhaltensmuster, die sich als gute Reaktion im Umgang mit wiederkehrenden Problemsituationen herausbilden, werden insbesondere von den informellen Institutionen, wie den zu untersuchenden Moral- und Gerechtigkeitsvorstellungen beeinflusst. Nur wenn diese Verhaltensmuster zum formellen Institutionensystem kompatibel sind, kann das produktive Potential der Institutionen ausgeschöpft werden.

In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob die Ergebnisse der marktlichen Koordination Rückwirkungen auf die informellen Institutionen (in Form von Moral- und Gerechtigkeitsvorstellungen) haben (können): Ist man der Logik des Marktes gegenüber möglicherweise weniger skeptisch wenn man mit dem eigenen Wohlstandsniveau zufrieden ist, als wenn man in einer wirtschaftlich unbefriedigenden Position ist? Oder steigt die Skepsis gegenüber der Markkoordination, wenn die Verteilung des Wohlstands ungleicher wird? In letzterem Fall geraten die sozialen Präferenzen der Gesellschaftsmitglieder in den Fokus der Betrachtung.

Von der WHL sind beteiligt:

Prof. Sauerland mit einem Projekt zum Wechselverhältnis des Institutionensystems, in dem sich verschiedene Gerechtigkeitsvorstellung ausprägen, und der Marktperformance,
Prof. Seeber mit einem Projekt über den Zusammenhang zwischen ökonomischen Kompetenzen und (marktrelevanten) Gerechtigkeitsurteilen bei Schülern. Die Arbeitsgruppe wird gefördert durch eine Anschubfinanzierung der Universität Freiburg.

Projektteam:
Prof. Dr. Dirk Sauerland
Prof. Dr. Günther Seeber
Dr. Bernd Remmele

Zusätzliche Informationen zum Projekt finden Sie unter: http://www.walter-eucken-Institut.de/gerechtigkeit.htm".

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Bernd Remmele (Tel.: +49 7821 9238-46 oder E-Mail).

Evaluation des „International Health Policy Network / Internationales Netzwerk Gesundheitspolitik“ der Bertelsmann-Stiftung, finanziert von der Bertelsmann-Stiftung

Projektteam:

Prof. Dr. Dirk Sauerland (Projektleitung)
Dr. Bernd Remmele

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Bernd Remmele (Tel.: +49 7821 9238-46 oder E-Mail).

Beurteilung der Qualität von Gesundheitssystemen: ein krankheitsbezogener Ansatz

Neben der Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung stellt die Sicherstellung und Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung eine wichtige Aufgabe eines Gesundheitssystems dar. In jüngster Zeit hat es zwar enorme Anstrengungen gegeben Gesundheitssysteme miteinander zu vergleichen (vgl. WHO 2000, OECD 2003) und Informationen über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität eines Gesundheitssystems zu erhalten. Allerdings befindet sich dieses Forschungsgebiet noch in einer frühen Phase der Entwicklung und es gibt noch einen immensen Forschungsbedarf. Ziel des Forschungsvorhabens ist es ein Gerüst für die Analyse der Qualität eines Gesundheitssystems vorzustellen. Grundlage hierfür bilden einerseits die Qualitätsdefinition des Institute of Medicine und andererseits der Donabedian-Ansatz. Nach dem Institute of Medicine ist die Qualität der medizinischen Versorgung vom Umfang der durchgeführten Behandlungsmaßnahmen abhängig. Der Umfang einer qualitativ guten medizinischen Versorgung ist dadurch gekennzeichnet, dass er zum einen für einen Patienten und/oder die Allgemeinheit die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen gewünschten Gesundheitszustand zu erreichen und zum anderen mit dem gegenwärtigen medizinischen Wissen vereinbar ist. Der Donabedian-Ansatz zerlegt den Qualitätsbegriff in die Kategorien Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität und postuliert einen produktionstheoretischen Zusammenhang zwischen diesen Dimensionen. In einem ersten Schritt wird eine konsistente Argumentationskette aufgebaut, um den Zusammenhang zwischen den Qualitätsdimensionen zu klären. In einem zweiten Schritt werden bestimmte Krankheiten ausgewählt, um die Hypothese, dass gute Ergebnisindikatoren abhängig von guten Struktur- und Prozessindikatoren sind, zu testen. Aufgrund zunehmender Finanzierungsprobleme innerhalb der Gesundheitssysteme bezieht sich dabei die Analyse auf ökonomisch und medizinisch bedeutende Krankheiten (z.B. ischämische Herzkrankheiten). Diese Vorgehensweise stellt eine Verbindung zwischen den ökonomischen und medizinischen Problemen her. Unter Bezugnahme auf evidenzbasiertes medizinisches Wissen werden für die zu untersuchenden Krankheiten messbare Indikatoren entwickelt und die oben genannte Hypothese wird getestet. Die empirische Untersuchung liefert zwei fundamentale Ergebnisse: Einerseits bestätigt die Analyse die vorhergesagte Verbindung zwischen den verschiedenen Qualitätsdimensionen für einige Länder. Andererseits jedoch können eine gute Strukturqualität und eine gute Prozessqualität alleine keine gute Ergebnisqualität garantieren.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Herrn Ansgar Wübker (Tel.: +49 7821 9238-53 oder E-Mail).

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Studie zur Ermittlung der Bedeutung des Versichertenstatus und der Trägerschaft von den Leistungsanbietern

Das Institut für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Ilmenau erstellte in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre der WHL eine Studie zum Thema „Der Zugang zu stationären Leistungen in Deutschland“.
Zum Hintergrund: In der jüngeren Vergangenheit sind Strategien zur Sicherung der Qualität der medizinischen Versorgung auch in Deutschland zunehmend in den Fokus der politischen und wissenschaftlichen Diskussion geraten. Im Gegensatz zur Sicherstellung einer präferenzgemäßen Versorgung mit medizinischen Dienstleistungen wurde hierbei die Sicherstellung des Zugangs zur medizinischen Versorgung für alle Bevölkerungsschichten als Aufgabe der Gesundheitspolitik allerdings wenig behandelt. Wiederum existieren für Deutschland zwar Analysen zum Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit. Weitgehend unerforscht ist jedoch der Zusammenhang zwischen Versichertenstatus und des zeitnahen Zugangs zu dringend notwendiger stationärer Versorgung. Der Einfluss der Trägerschaft der Leistungserbringung für den Zugang zu erforderlichen medizinischen Leistungen wurde wenig berücksichtigt.

Studien aus den USA deuten darauf hin, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Zugang zu medizinisch notwendigen Behandlungen und dem vorhandenen Versichertenstatus bestehen. Für Deutschland liegen empirisch valide Studien jedoch nicht vor. Ziel dieses Projektes war es daher, für definierte Indikationen den Zusammenhang zwischen Versichertenstatus und dem zeitnahen Zugang zu einer medizinisch dringend erforderlichen Behandlung unter Berücksichtigung der Trägerschaft des Leistungserbringers zu analysieren. Hierzu wurden Indikationen gewählt, für die ein zeitnaher Zugang zu einer stationären medizinischen Behandlung notwendig ist.

Projektteam

Prof. Dr. Dirk Sauerland, ehemals Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, WHL (Projektleitung)
Dr. Björn Kuchinke, Institut für Volkswirtschaftslehre, Technische Universität Ilmenau
Dipl.-Vw. Ansgar Wübker, ehemals Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, WHL

Studierverhalten im Kontext der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge

Vor dem Hintergrund der Veränderungsprozesse im deutschen Hochschulwesen wurde das Studierverhalten im Kontext der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge untersucht. Hierzu führte die WHL Wissenschaftliche Hochschule Lahr Anfang 2005 eine Erhebung durch, an der sich insgesamt 1.636 Studierende betriebswirtschaftlicher Studienfachrichtungen aus 21 Hochschulen (Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien) beteiligt haben.

Projektteam:

Prof. Dr. Dirk Sauerland (Projektleitung)
Dr. Martina Schmette
Dipl.-Ökon. Seon-Su Kim

Für Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Frau Dr. Martina Schmette (Tel.: +49 7821 9238-45 oder E-Mail).
Weitere Informationen finden Sie hier.

The cost-effectiveness of pneumococcal vaccination: a multinational study in Western Europe, Leitung: Universität Maastricht finanziert von Pasteur Mérieux

Kurze Projektbeschreibung:

Pneumococcal vaccination is effective in preventing invasive pneumococcal disease (IPD) in elderly adults ≥ 65 years of age, but the vaccine is not widely used in Western Europe. We updated to 1999 our earlier (1995) cost-effectiveness study for Belgium, France, Scotland, Spain and Sweden and added five new countries – Denmark, England & Wales, Germany, Italy and the Netherlands. We used epidemiological and economic variables specific for each country and assumed that pneumococcal and influenza vaccines would be administered on the same physician visit. In our base case analyses, we obtained cost-effectiveness ratios (CERs) that ranged from €9239 to €23,657 per quality-adjusted life-year (QALY). Because the incidence and mortality of IPD were underestimated in most countries, we also analyzed each country assuming an incidence of 50/100,000 and mortality rates of 20%, 30% and 40%. For a mortality of 20%, the CERs ranged from € 4778 to € 17,093 and for a mortality of 30% they ranged from € 3186 to €11,395. Pneumococcal vaccination to prevent IPD in elderly adults was very cost-effective in all ten countries. This evidence justifies wider use of the vaccine in all western European countries.

Möglichkeiten zur Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen: Regulierungs- vs. Wettbewerbslösungen finanziell unterstützt vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Fördernummer: H 4207212999913406

Eine wichtige Herausforderung für das Deutsche Gesundheitssystem ist die Sicherung und Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen dieses Projektes einerseits theoretische Überlegungen angestellt, wie das Ziel der Qualitätssicherung bzw. -verbesserung, d.h. des Verbraucherschutzes im Gesundheitswesen grundsätzlich erreicht werden kann und andererseits die Qualitätssicherungsstrategien in Deutschland anhand des entwickelten Referenzrahmens bewertet und Verbesserungsvorschläge aufgezeigt. Dazu wird zunächst ein Rahmen zur Beurteilung der Qualität der medizinischen Versorgung vorgestellt. Anknüpfend an die Arbeit von Donabedian (1980) wird die Qualität der medizinischen Versorgung bzw. der erbrachten medizinischen Leistungen in drei Dimensionen gemessen. Die Strukturqualität bezieht sich etwa auf die Eigenschaften der Leistungserbringer. Sie kann z.B. an der Qualifikation der Leistungserbringer gemessen werden oder am Vorhandensein einer adäquaten medizintechnischen Ausstattung. Bei der Prozeßqualität steht die Auswahl der adäquaten Diagnose- und Behandlungsverfahren im Vordergrund. Meßbar wird diese Art von Qualität über die Einhaltung evidenzbasierter Leitlinien, die den Stand des medizinischen Wissens repräsentieren. Schließlich bezieht sich die Ergebnisqualität auf das eigentliche Resultat des Behandlungsprozesses. Kennziffern zur Ermittlung dieser Qualitätsdimension sind der selbstberichtete Gesundheitszustand ebenso wie etwa Mortalitäts- und Komplikationsraten bei bestimmten Eingriffen. Alle Dimensionen lassen sich mithin über Proxy-Variablen messen und bilden so die Grundlage für die Strategie zur Sicherung (und Verbesserung) der Qualität medizinischer Leistungen. Eine Strategie zur Erreichung eines bestimmten Ziels, sollte neben adäquaten Instrumenten zur Zielerreichung auch die jeweiligen Aufgabenträger benennen, die für den Einsatz der Instrumente verantwortlich sein sollten. Bei der Wahl der adäquaten Instrumente und ihrer zugehörigen Träger kann man auf verschiedenen Kriterien zurückgreifen, die im Rahmen ordnungspolitischer Analysen herangezogen werden. Innerhalb einer Sozialen Marktwirtschaft empfiehlt es sich, Instrumente zu wählen, die sowohl effektiv als auch effizient und ordnungskonform sind. Darüber hinaus gilt es zu beachten, daß der Grundsatz der Konsumentensouveränität ebenso beachtet wird wie das Äquivalenzprinzip. Für die Wahl des adäquaten Trägers steht in erster Linie das Subsidiaritätsprinzip zur Verfügung, das wiederum die Konsumentensouveränität beinhaltet. Diese Kriterien werden zugrunde gelegt und ein Set sinnvoller Instrumente zur Sicherung und Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung zum Schutz der Verbraucher wird vorgestellt. Dabei wird insbesondere aufgezeigt, wie die zwei Instrumente Regulierungen und Wettbewerb der Leistungserbringer in sinnvoller Weise kombiniert werden sollten.

Informationen zu den Forschungsschwerpunkten

Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Charakterisierung der Forschungsbereiche, sowie Grundlagenwerke, Journals und weiterführende Links zu den Disziplinen der Gesundheitsökonomik und Neue Institutionenökonomik.

Gesundheitsökonomik

Chararkterisierung

Gesundheitsökonomik ist – insbesondere im deutschsprachigen Raum – ein relativ neues, aber rasch expandierendes Feld in Forschung und Lehre, während im anglo-amerikanischen Raum schon eine längere Tradition in diesem Fach existiert. Bei der Gesundheitsökonomik erfolgt die Übertragung wirtschaftswissenschaftlicher Frage- und Problemstellungen auf das Gesundheitswesen. Die Gesundheitsökonomik lässt sich der Volkswirtschaftslehre zuordnen und beantwortet dort mikroökonomische, makroökonomische und finanzwissenschaftliche Fragestellungen. In mikroökonomischen Analysen werden die Anreize und das individuelle Verhalten der am Gesundheitswesen Beteiligten untersucht. Der makroökonomische Bereich der Gesundheitsökonomik befasst sich beispielsweise mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Gesundheitswesens, etwa als Beschäftigungssektor. Die finanzwissenschaftliche Perspektive Perspektive beschäftigt sich mit den ökonomischen Aktivitäten des Staates und seiner parafiskalischen Einrichtungen (z.B. Gesetzliche Krankenversicherung).

Grundlagenwerke

  • Sauerland, D. , Gesundheitspolitik in Deutschland: Reformbedarf und Entwicklungsperspektiven, Verlag Bertelsmann Stiftung, 2. Auflage, Gütersloh 2003.
  • Breyer, F. Zweifel, P., Kifmann, M., Gesundheitsökonomie, 5. Auflage, Heidelberg et al., 2005 (Standardlehrbuch der Gesundheitsökonomik im deutschsprachigen Raum, strikte Anwendung mikroökonomischer Konzepte auf das Gesundheitswesen, kombiniert mit empirischen Untersuchungen, formal recht anspruchsvoll).
  • Culyer, A. J., Newhouse, J. P., Handbook of Health Economics, Volume 1A, 1B, North Holland, 2000 (Dieses zweibändige Handbuch gibt einen ausgezeichneten Überblick über praktisch alle Themenbereiche der Gesundheitsökonomik. Institutionell ist das Buch relativ stark auf die us-amerikanischen Verhältnisse ausgerichtet).
  • Folland, Sh. Goodman, A. C. Stano M., The Economics of Health and Health Care, Prentice Hall, 5. Ed., New Jersey, 2007 (Einführender Text über verschiedene Aspekte der Gesundheitsökonomie unter Berücksichtigung ökonomischer und statistischer Analyseinstrumentarien, institutionell auf us-amerikanische Verhältnisse bezogen).
  • Getzen, Th. E., Health Economics - Fundamentals and Flow of Funds, J. Wiley & Sons, New York et al., 1997 (Einführender Überblick über verschiedene Aspekte der Gesundheitsökonomie, institutionell auf us-amerikanische Verhältnisse bezogen).
  • Sauerland, D., Gesundheitspolitik in Deutschland, Reformbedarf und Entwicklungsperspektiven, 2. Auflage, Gütersloh, 2003.

Daten

Datenreport 2006
Statistisches Jahrbuch 2006

Journals

British Medical Journal
European Journal of Public Health
Health Policy, Economics and Management
Health Affairs
Journal of Health Services Research and Policy
Journal of the American Medical Association
Journal of Health Economics
Journal of Health Politics, Policy and Law
Lancet
New England Journal of Medicine
Social Science and Medicine
Pharmacoeconomics

Links

Das Public Health Portal
EuroQol Gruppe
Health Policy Monitor
Health care systems in transition (HiT) country profiles
Portal zu Europäischen Aktivitäten auf dem Gebiet der Sozialberichterstattung
National Institut of Health (United States)
Gesundheitsberichterstattung (Deutschland)
Datenzugang zur Gesundheitsberichterstattung (Deutschland)
Sozio-ökonomisches Panel (Deutschland)
Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen
Zugang zu EUROPEP: European Working Party on Quality in Family Practice
Ergebnisse der Studie "Der Patient vor der Wahl" (Janssen-Cilag)
Niederländisches Institut für Versorgungsforschung
New National Survey Details Americans Experiences with Health Care Services
WHO European health for all database

Neue Institutionenökonomik

Charakterisierung

Das Forschungsprogramm Neue Institutionenökonomik hat in den letzten beiden Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sich auch an der Zahl der Nobelpreise mit denen Vertreter dieses Bereichs ausgezeichnet wurden. Institutionen, also formale und informelle Regeln sowie ihre Durchsetzungsmechanismen, geben den ökonomischen Akteuren vielfältige Handlungsanreize. Im Gegensatz zur neoklassischen Theorie, die eine institutionenlose Wirtschaft abbildet, stellt die Neue Institutionenökonomik die Wirkungsweise von Institutionen ins Zentrum ihrer Analyse. Die Neue Institutionenökonomik lässt sich in folgende Themengebiete unterteilen: Prinzipal-Agenten-Theorie, Transaktionskostentheorie, Vertragstheorie, Ökonomische Analyse des Rechts, Neue Politische Ökonomie, Theorie der Bürokratie, Ökonomische Verfassungstheorie, Theorie des institutionellen Wandels, Neue Wirtschaftsgeschichte.

Grundlagenwerke

  • Acemoglu, D., Lecture Notes for Political Economy of Institutions and Development, MIT, 2003.
  • Erlei, M., Leschke, M. , Sauerland, D. , Neue Institutionenökonomik, Stuttgart, 2. Auflage, 2007.
  • Hart, O.,Firms, Markets, and Financial Structure, Oxford, 1995.
  • North, D.C.,Theorie des institutionellen Wandels, Tübingen, 1988.
  • North, D.C., Institutionen, institutioneller Wandel und Wirtschaftsleistung, Tübingen, 1992.
  • Olson, M., Aufstieg und Niedergang von Nationen, 2. Auflage, Tübingen, 1992.
  • Richter, R. und E. Furubotn, Neue Institutionenökonomik, Tübingen, 2. Auflage, 1999.
  • Voigt, S., Institutionenökonomik, UTB, München, 2002.

Journals

American Law and Economics Review
Constitutional Political Economy
European Journal of International Law
European Journal of Law and Economics
International Review of Law and Economics
Journal of Legal Studies
Journal of Political Economy
Journal of Public Economics
Journal of Institutional and Theoretical Economics
Journal of International Economic Law
ORDO-Jahrbuch
Public Choice
The Journal of Law and Economics
The Journal of Law, Economics and Organization
Research in Law and Economics

Links

Social Capital Gateway
Fraser Institute
Freedom HouseHeritage Foundation
Transparency International
World Bank Social Capital
World Bank Political Data