Ein weltpolitisches Ereignis machte die Gründung der Hochschule in Leipzig möglich: Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Wiedervereinigungsprozess stand auch die notwendige Vereinheitlichung des Bildungswesens in Ost- und Westdeutschland an. AKAD reagierte schnell auf die Herausforderung und rief 1990 in Leipzig, der altehrwürdigen Handelsmetropole im aufstrebenden Bundesland Sachsen, zuerst ein Studienzentrum und zwei Jahre später die staatlich anerkannte Hochschule ins Leben – eine wahre Pionierleistung, so kurz nach der politischen Wende. Die „Ostdeutsche Hochschule für Berufstätige“, so der damals offizielle Name, wurde 1992 vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zuge lassen und war damit die erste private Fernhochschule in den fünf neuen Bundesländern. Auch auf dem Feld der Stipendien war die Hochschule Vorreiter. Bundesminister a. D. Hans-Dietrich Genscher betonte in seinem Grußwort zur Gründung der AKAD-FH Leipzig, dass die AKAD „im Jahr der Wende 1989/1990 für die Bürger der ehemaligen DDR einen Stipendienfonds eingerichtet hat“. Dieser Fonds ermöglichte für viele Jahre Berufstätigen überhaupt erst die Aufnahme eines Studiums. Angeboten wurden an der jungen Hochschule zunächst Diplomstudiengänge in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Auch startete hier 1997 der bislang bundesweit einmalige Studiengang zum Diplom-Wirtschaftsübersetzer. Bis heute liegt das Profil der Hochschule neben der Betriebswirtschaftslehre vor allem im Bereich der Wirtschaftssprachen.
Wissenschaftsministerin bescheinigt Innovationskraft und Lebendigkeit
Heute, 17 Jahre nach der Gründung, hat sich die Hochschule bei Berufstätigen, der Wirtschaft und in den Ministerien längst einen Namen gemacht. Die amtierende sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hob anlässlich des 15-jährigen Bestehens 2007 die „Innovationskraft und Lebendigkeit“ der Hochschule hervor, die in den vergangenen Jahren selbstbewusst und souverän „nicht nur ihre Studienangebote fachlich von Akkreditierungsagenturen bestätigen ließ; zu einer Zeit, als sich eine Vielzahl staatlicher Hochschulen hiermit noch schwertat!“ – Damit spielte die Ministerin darauf an, dass die Hochschule Leipzig bei der Umstellung von den Diplom- auf die Bachelor- und Master- Studiengänge auf der Höhe der Zeit war und als erste Hochschule in Sachsen ein Bachelor-Studium anbieten konnte.Innovativ ist die Hochschule Leipzig auch im Bestreben, durch Kooperationen mit weiteren Bildungsträgern und Institutionen das Portfolio zu erweitern. Genannt seien hier die Kooperation mit der Berufsakademie (BA) Leipzig, durch die Bachelor- oder Diplomabsolventen der BA an der AKAD-Fachhochschule ein abgestimmtes Master-Studium aufnehmen können. Oder das Abkommen mit dem Olympiastützpunkt Leipzig, das es Spitzensportlern ermöglicht, neben der Aus übung ihres Leistungssports ein Studium zu absolvieren.
Europameisterin studiert an der AKAD Hochschule Leipzig
Dass manche Studierende bereits ihre zweite Karriere bei AKAD plant, belegt das Beispiel der Spitzensportlerin Heike Fischer, die bei den letzten Olympischen Spielen in Peking im Wasserspringen die erste deutsche Medaille für Deutschland holte. Sie studiert derzeit Betriebswirtschaftslehre und bereitet sich auf ihre Karriere nach dem Spitzensport vor: „Das Studium verschafft mir auf ideale Weise die nötige Flexibilität neben meinem Sport, ein Präsenzstudium kam für mich schon deshalb nicht infrage“, begründet die Sportlerin ihre Entscheidung, bei AKAD zu studieren. Rund 1.000 Absolventen haben seit 1992 die AKAD-Fachhochschule Leipzig mit einem Hochschulabschluss verlassen. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Karl-Heinz Binus, der hier bis 1995 als Mitglied des Landtages Wirtschaftsingenieurwesen studierte. Der promovierte Wirtschaftsexperte und heutige Vizepräsident des Landesrechnungshofes Sachsen hat die durch sein Fernstudium erworbenen Kenntnisse in seinem Beruf bereits verschiedentlich angewendet: „Bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung der Krankenhäuser etwa oder der Begleitung der Kommunalen Doppik kommt mir mein damals bei AKAD erworbenes Wissen noch heute zugute.“ Die heute rund 1.300 Studierenden stammen übrigens nicht nur aus dem Freistaat Sachsen, sondern sind in der ganzen Bundesrepublik beheimatet. Selbst aus Bayern kommen Studierende in die Messestadt, um hier berufsbegleitend zu studieren. Auch wenn die langjährige Hochschulrektorin Prof. Dr. Sonja Ulmer bereits den höchsten Respekt vor der Doppelbelastung von Beruf und Studium hat, ist es für sie immer wieder beeindruckend, „dass junge Mütter sowohl kurz vor der Geburt als auch mit nur wenige Tage alten Babys schnell noch die eine oder andere Klausur schreiben, zu der der Papa als Begleiter und Daumendrücker oder auch Babysitter dabei ist“. Dass für solche Anlässe immer ein Zimmer zum Stillen reserviert ist, versteht sich für die servicestarke Hochschule von selbst. Die Rektorin hat sich für die Zukunft ihrer Hochschule
viel vorgenommen. „Das Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen für Berufstätige wird ausgebaut. Inhaltlich streben wir eine engere Verbindung mit den Schwerpunkten der Wirtschaftsförderung in der Region, insbesondere zum Logistikcluster der Stadt Leipzig an“, so die Hochschulchefin. Die Hochschule ist in die Region eingebunden, die städtische Wirtschaftsförderung und Einzelinitiativen wie der bereits seit elf Jahren stattfindende Gesprächskreis Personal fördern den Kontakt zwischen Studierenden und den Unternehmen der Region. Durch die guten Kontakte zu Partnerhochschulen steht die AKAD Hochschule im permanenten Dialog mit Wissenschaft und Forschung.
