Stuttgart beheimatet nicht nur den langjährigen AKAD-Verwaltungssitz, sondern seit fünf Jahren auch eine Hochschule. Neben ihrer wirtschaftlichen Stärke war noch ein weiterer Aspekt der schwäbischen Metropolregion ausschlaggebend für Prof. Dr. Kurt W. Schönherr, im Jahr 1959 gerade Stuttgart als Stammsitz der Akademikergesellschaft für Erwachsenenfortbildung nach dem Vorbild der AKAD Schweiz zu wählen: „Die Mentalität der Schwaben ist am ehesten vergleichbar mit der Mentalität der Schweizer, die eigenständig ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und entsprechend bereit sind, sich weiterzubilden.“ Diese Bereitschaft scheint im Südwesten ungebrochen und macht mit Sicherheit einen Teil des Erfolges der AKAD Hochschule Stuttgart aus, die sich inzwischen mit rund 2.200 Studierenden zur größten AKAD Hochschule gemausert hat.
Ihr Ursprung ist allerdings nicht in der schwäbischen Metropole, sondern im benachbarten Baden zu finden. Anfang der 1990er-Jahre fiel die Entscheidung, nach dem Erfolg der Fachhochschule Rendsburg eine zweite deutsche AKAD Hochschule zu gründen, diesmal im Süden: Am 16. September 1991 überreichte der damalige baden-württembergische Wissenschaftsminister Klaus von Trotha in einer Feierstunde den Bescheid der Landesregierung über die staatliche Anerkennung der „Süddeutschen Hochschule für Berufstätige“ in Lahr im Schwarzwald.
Wissenschaftsminister: Gleichwertigkeit mit anderen Fachhochschulen
Mit der staatlichen Anerkennung, so der Minister in seiner Rede, erhalte die neue Einrichtung auch ein Gütesiegel über die Gleichwertigkeit der Lehrziele und des Unterrichts mit den Zielen und Lehrinhalten staatlicher Fachhochschulen. Von Trotha unterstrich die Bedeutung des „Studiums neben dem Beruf“: Dem wachsenden Bedarf an qualifi zierten Fachkräften könne man nur gerecht werden, wenn die Pluralität des Angebots, die Vielfalt der Träger und der Wett bewerb gesichert seien. Dass in Süddeutschland bereits vor gut 15 Jahren ein großer Bedarf an Studienmöglichkeiten für Berufstätige bestand, zeigte sich bald: Der Studienbetriebin Lahr startete im März 1992 und bereits ein halbes Jahr später hatten sich 400 Studierende für einen der drei Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben. Mit inzwischen mehr als 2.000 Studierenden bezog die Fachhochschule Lahr 1995 nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte deren ehemaliges Offizierskasino: Eine Win-win-Situation sowohl für AKAD als auch für die Stadt Lahr – und nicht zuletzt auch, wie vom damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel geäußert wurde, für das Land Baden-Württemberg. Von 1996 bis zum Sommer 2004 teilte sich die FHLahr die Räumlichkeiten mit der neu gegründeten Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Hochschule für Berufstätige (WHL).
Umzug nach Stuttgart: Studierende profitieren von zentralem Standort
Vor fünf Jahren dann zog die Fachhochschule nach Stuttgart in das Gebäude auf dem Pragsattel, wo seit 1988 bereits die zentrale Verwaltung der AKAD beheimatet war. Von der verkehrstechnisch zentralen Lage des neuen Hochschulstandortes in der Landeshauptstadt profitieren nicht zuletzt die rund 2.200 Studierenden der AKAD Hochschule Stuttgart, die mehrheitlich aus den beiden südlichsten Bundesländern kommen. Neben ihrer guten Erreichbarkeit und der Kernkompetenz im Bereich der Betriebswirtschaftslehre ist eine besondere Stärke der Hochschule die enge Verzahnung mit der regionalen Wirtschaft. Die aktive Rolle der Hochschule Stuttgart in wirtschaftsnahen Netzwerken wie bwcon (Baden-Württemberg connected) ist hier nur ein Beispiel von vielen.
Hochschule entwickelt neuen Ingenieursstudiengang
Regionale Kooperationen spielen auch bei der Entwicklung neuer Studiengänge eine wichtige Rolle: Seit Frühjahr 2008 bietet die Hochschule Stuttgart in Zusammenarbeit mit der staatlichen Hochschule Pforzheim einen Bachelor-Studiengang in Maschinenbau an. Um ihre Jobchancen müssen sich die
Absolventinnen und Absolventen in der Automobil- und Technologieregion Stuttgart keine Sorgen machen. „Zum Profil der Hochschule Stuttgart gehören aber auch unsere sprachlichen Kompetenzen, die im Sprachenzentrum gebündelt werden“, erklärt Prorektor Prof. Dr. Torsten Bügner. Unter seiner Leitung wurde der interdisziplinäre Studiengang „International Business Communication“ entwickelt, der etwa zu gleichen Teilen aus Betriebswirtschaftslehre, Kommunikationstheorie und Wirtschaftsenglisch besteht. Der akkreditierte Bachelor-Studiengang wird an der Hochschule Stuttgart seit Sommer 2007 angeboten. Neben diesen qualitativen Erfolgen wurde 2008 auch eine quantitative Rekordmarke erreicht: 161
erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen und damit so viele wie noch nie bei einer Abschlussfeier an einer AKAD Hochschule konnten im September 2008 in Stuttgart ihre Bachelor-, Master- oder Diplom-Urkunde entgegennehmen.
