Auch den Kommentaren zu meinem letztwöchigen Blogbeitrag war zu entnehmen, dass die Diskussion aktuell einen Nerv trifft.
Nachdem ich letzte Woche zur Problematik kultur/ethnien- bzw. geschlechtervergleichender Intelligenzmessung geschlaumeiert habe, möchte ich das Ganze noch mal zu den Gemüsehändlern und damit zum ökonomischen Hintergrund (… Wettbewerbsfähigkeit …) zurückbringen.
Die Sozialepidemiologen Wilkinson und Pickett (The Spirit Level 2010 – das Buch habe ich gelesen) haben nämlich festgestellt (sofern Statistiken-Stricken ‘Feststellen’ ist), dass Gesellschaften mit geringerer Einkommensungleichheit eine höhere Innovatität aufweisen. (Nix mehr Ungleichheit – mehr Anreiz – …)
Allerdings haben sie auch eine Vielzahl anderer Größen mit der Einkommensungleichheit in Verbindung gebracht. Und allgemein schneiden die egalitäreren Gesellschaften signifikant besser ab. Das betrifft natürlich auch wieder Bildungsfragen, wie etwa (wieder mit Vorsicht zu genießende) internationale Leistungsvergleiche oder die Zahl der Schulabbrecher.
Man könnte jedenfalls folgenden Schluss ziehen: Um den wirtschaftlichen Beitrag der Sozial-Schlechtergestellten (nicht nur der Migranten) zu erhöhen, könnte es auch helfen ihre relative soziale Situation zu verbessern – ganz ohne genetische Optimierung.
