Chancen nutzen: Bildungschancen für Frauen im ländlichen Raum

21 November 2022

Wie Frauen durch digitale Bildung im ländlichen Raum individuell durchstarten können, zeigt uns Caroline Juszczak mit ihrer ganz persönlichen Geschichte. Die engagierte junge Frau hat Betriebswirtschaftslehre – Accounting and Taxation (B.A.) der AKAD University belegt und berichtet über Motivation und Erfahrung mit dem Fernlernen in Kombination mit ihren Aufgaben als Mutter einer neunjährigen Tochter und als Vollzeit Berufstätige. Trotz diesen verschiedenen Rollen, ist gleichzeitig ein effizientes und zielführendes Fernstudium machbar. Wie ihr das gelingt, erzählt sie im Interview.

AKAD: Schön, dass Sie da sind. Es freut mich sehr, dass wir uns heute ein bisschen austauschen über Ihren Werdegang und Ihre Erfahrungen mit der AKAD, aber auch als Frau und Mutter. Vielen Dank, dass Sie sich dafür bereit erklärt haben. Bitte stellen Sie sich vor.

Caroline Juszczak: Ja, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Caroline Juszczak. Ich leite den Shared Service Center Accounting für die deutschen WIKA Gesellschaften, bei der WIKA Gruppe. Der Shared Service Center Accounting befindet sich am Firmensitz in Klingenberg am Main der international agierenden WIKA Gruppe. Nebenberuflich studiere ich bei der AKAD den BWL-Studiengang Accounting and Taxation. Nebenbei bin ich auch noch Mama einer 9-jährigen Tochter. Und da gibt es noch Familie drumherum, einen Papa und Omas und Opas und Haus und Hof natürlich.

AKAD: Okay, wow, das klingt auf jeden Fall sehr, sehr bunt. Sie haben gesagt, Sie studieren den BWL Accounting und Taxation Studiengang. Wieso haben Sie sich gerade für diesen Studiengang entschieden?

Caroline Juszczak: Ich habe, seit ich arbeite – mittlerweile schon seit 25 Jahren im Finanzbereich – ein bisschen etwas an Erfahrungen gesammelt und festgestellt: Es ist der Bereich, in dem ich sehr wahrscheinlich alt werde. Ich habe viele Projekte in den letzten Jahren erfolgreich abgeschlossen, Führungskompetenz aufgebaut, war viel im Ausland unterwegs und habe viele Finanzprozesse optimiert und automatisiert. Auch Rollouts für das ERP System im Finanzbereich habe ich unterstützt. In 2018 übernahm ich dann die Leitung des Shared Service Centers Accounting Deutschland. Ab da habe ich mich vermehrt mit Digital Leadership beschäftigt, aber auch sehr schnell den Drang verspürt, mein Wissen nochmal breiter aufzustellen und mich nicht nur auf den Finanzbereich zu beschränken. Ich habe ich eine Weile recherchiert und die Wahl fiel dann eben auf diesen Studiengang.

AKAD: Haben Sie das Gefühl, dass Sie durch den Studiengang im gewünschten Bereich Ihre Führungskompetenz weiter ausbauen und vertiefen können?

Caroline Juszczak: Ja, definitiv. Ich studiere jetzt seit Oktober 2020 und habe alle Themen abgeschlossen, die mit Personalpersonalmanagement zu tun haben. Natürlich habe ich mir Schwerpunktthemen wie Digital Leadership ausgesucht und auch eine Hausarbeit zu Digital Leadership und Ambidextrie geschrieben. Gerade auch deshalb, weil es sich nicht um das typische Personalentwicklungsthema handelt, das bereits mehrfach als Hausarbeit im Internet zu finden ist, sondern wirklich etwas Neues ist. Das fasziniert mich. Vor allem hatte ich die Möglichkeit, das Thema berufsbezogen auszuwählen und so im Detail zu erarbeiten.

Das Thema Ambidextrie beschäftigt sich mit den zwei Welten – die alte Welt und die neue Welt – oder auch Exploitation und Exploration genannt. Im Grunde geht es darum, dass Unternehmen das Kerngeschäft optimieren und gleichzeitig neue Märkte erschließen, also sowohl effizient als auch flexibel sind. Leadership ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Ich muss sagen, das war wirklich top und auch die Modulskripte haben mir gerade zum Thema Digitalisierung sehr viel geholfen.

Jetzt gerade habe ich das internationale Bilanzierungsmodul absolviert und die Klausur geschrieben. Also auch da, definitiv sehr hilfreich. Ich bin zwar im deutschen Accounting tätig. Bezogen auf das Prozessmanagement haben wir trotz alledem einen internationalen Einfluss mit unzähligen Gesellschaften weltweit. Wir sind hier als Corporate Headquarter zuständig für Corporate Prozesse. Und dann hilft es ungemein, gerade die internationalen Bilanzierungsregeln noch einmal auf einen neuen Stand zu bringen und auch das eine oder andere einfach neu hinzuzufügen.

AKAD: Ja, das klingt nach einer ganz tollen Verknüpfung auch von Theorie und Praxis, die Sie natürlich dann noch mal anders haben, weil Sie im Berufsleben stehen und nebenher noch studieren. Also ein Mehrwert gegenüber einem reinen Präsenzstudium in Vollzeit?

Caroline Juszczak: Definitiv. Und vor allem durch die Vielzahl der Projekte, die ich in den letzten Jahren abgewickelt habe, die durchaus alle gut gelaufen sind, habe ich doch den einen oder anderen Aha-Effekt über Zusammenhänge, die sich jetzt ergründen, über Dinge, die man jetzt noch besser versteht. Es wird klarer warum ein Projekt so oder so gelaufen ist, auch wenn es nicht zu einem schlechten Projektergebnis geführt hat. Ich erkenne jetzt: „Hey, dieses Fachwissen zu haben, das macht durchaus Sinn und führt zu weiterer Verbesserung und Optimierung in der Zukunft“.

Diese Verbindung von Praxis und Beruf zeigt sich, wenn ich ein Skript lese und – wie fast immer- den direkten Bezug zur Arbeit habe. Das fängt an bei Personalmanagement, geht über Statistik, weiter über internationale Bilanzierung bis hin zu Managementstrategien und Visionen, um nur einen Teil zu nennen. Das hilft ungemein bei meiner täglichen Arbeit.

AKAD: Wissen bleibt auch besser haften, wenn der direkte Bezug dazu gegeben ist und man sich nicht nur die Theorie einmal durchliest.

Caroline Juszczak: Ja, und ich kann auch sagen, ich suche sehr gezielt meine Module beim Abarbeiten anhand meiner Arbeitsthemen aus. Als ich zum Beispiel wusste, wir werden eine Finanzstrategie erarbeiten, dann habe ich ganz bewusst das passende Modul zu dem Zeitpunkt ausgewählt, als ich wusste: „Okay, das kommt auf mich zu“. Und das ist natürlich ein Win-Win-Effekt. Denn ich brauche den Modulinhalt fürs Studium und kann es quasi direkt in der Praxis umsetzen. Das war schon toll.

AKAD: Wie kam es, dass Sie sich gerade für die AKAD entschieden haben?

Caroline Juszczak: Hm. Na ja, ich wohne auf dem Land in einem Dorf mitten im Spessart. Das heißt, ich habe zur nächsten Fachhochschule oder zur nächsten Uni auf jeden Fall über eine Stunde Fahrzeit. Egal, in welche Richtung. Ich arbeite Vollzeit, habe Familie und Kind und Haus und Hof und möchte mich trotzdem weiterbilden. Das Thema lebenslanges Lernen steckt in mir drin und es fasziniert mich. Deshalb habe ich schon sehr lange gesucht und gerade mit Kind wurde ich noch unflexibler. Die Motivation blieb: Nochmal zu schauen, wie ich mich weiterbilden kann, trotz Beruf, Familie und Kind. Da war es dann ein sehr glücklicher Umstand, dass vor ein paar Jahren die Internetverbindung bei uns im Dorf ausgebaut wurde. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich auf die Suche gemacht und besuchte dann das AKAD Forum 2018 in Stuttgart zum Thema Digital Leadership. Dort hatte ich auch die Möglichkeit, mich mit anderen Studierenden der AKAD auszutauschen. Dieser Austausch sowie die Informationen auf der Homepage gaben dann den Ausschlag, denn meine Anforderungen waren erfüllt. Das Studium zu 100% online zu absolvieren war gegeben. Die Studenten, die ich getroffen hatte, waren zufrieden. Das Konzept mit dem Onlinecampus hatte mich überzeugt. Und dann dachte ich: „Komm, ich versucht es. Mal schauen, ob ich das hinbekomme“. Der Studiengang hat auch gepasst und dementsprechend war der Match dann einfach da zwischen mir, der AKAD und dem Studiengang.

AKAD: Was würden Sie sagen, sind die Vorteile des Online-Studiums? Wo sehen Sie die Herausforderungen, die so ein digitales Studium mit sich bringt.

Caroline Juszczak: Der Vorteil ist ganz klar die flexible Zeiteinteilung. Für mich kam nur eine 100 % Onlinevariante in Frage. Weil Vollzeit arbeiten, Familie und Kind... Ich wäre nicht in der Lage, zeitlich gesehen noch an eine Uni oder an eine Fachhochschule zu fahren. Zudem kann alles frei und flexibel und auch individuell organisiert werden. Ich kann wirklich alle Module querbeet durchwechseln, die Themen so zusammenstellen, wie es gerade passt. Zu schauen, wie groß ist das Modul, wo kann ich eine Sofort-Onlineklausur schreiben? Ist es eine Termin-Online Klausur? Ist es eine Hausarbeit? Wann findet ein Webinar dazu statt? Ist es ein Thema, was ich schon ungefähr kenne oder ist es ein komplett neues Thema. Es erfordert natürlich viel Planungs- und Organisationsaufwand. Dafür bin ich umgekehrt extrem flexibel. Und ich kann mich, je nach Arbeitssituation oder Familiensituation entsprechend organisieren. Also zum Beispiel, wenn der Jahresabschluss in der Firma stattfindet oder privat viel ansteht.

AKAD: Und wie steht es um die Motivation über die gesamte Studienzeit hinweg?

Caroline Juszczak: Manchmal habe ich keine Lust konkrete Fachthemen zu lernen. Dann schreibe ich lieber mal eine Hausarbeit. Da ist man ein bisschen anders gefordert. Manchmal gibt es Zeiten, in denen ich privat mehr um die Ohren habe. Je nachdem plane ich mir meine Module auch in Abhängigkeit von der Prüfungsvariante ein. Die freie Zeiteinteilung bei den Modulen, um die Inhalte planen zu können im Hinblick darauf, was ich gerade an meinem Arbeitsplatz brauche, ist super.

Was fällt mir noch ein? Ich meine, man ist natürlich eine Art Vorbild. Ich sehe das gerade auch bei meiner Tochter. Dass Mama auch lernt, motiviert sie ebenfalls. Sie sieht, dass Lernen zum einen Spaß machen kann und klar, auch anstrengend ist. Gerade für die Zukunft wird lebenslanges Lernen ein sehr wichtiger Baustein sein. Ich glaube nicht, dass eine Ausbildung zukünftig bis zur Rente reichen wird. Einen klaren Vorteil sehe ich vor allem auch auf dem Arbeitsmarkt. Jemand, der nebenberuflich ein Studium absolvieren kann, wird nicht mehr gefragt, ob die Selbstorganisation funktioniert.

Dies ist gleichzeitig jedoch auch eine Herausforderung: Man muss seinen Weg finden, sich gut zu organisieren, Zeitpläne aufstellen und den eigenen Rhythmus finden. Wobei die AKAD zu Beginn des Studiums ein Modul zu Selbstorganisation anbietet, was mir sehr geholfen hat. Diese Schlüsselqualifikationen für Studium und Beruf sind wichtig – und die Unterstützung der Familie.

Bei mir klappt das Durchhalten über einen definierten Lernrhythmus gut. Ich erinnere mich jedoch, dass ich ungefähr sechs Monate gebraucht habe, bis ich meinen eigenen Rhythmus gefunden habe. Viel Kommunikation mit und Verständnis von der Familie ist ebenfalls nötig. Es ist wichtig die Waage zu halten zwischen Freizeit, Familie, Studium, Arbeit, was manchmal eine echte Herausforderung ist.

AKAD: Sie sehen also in einer ausreichend langen Zeit des Sich-einarbeitens ins Fernstudium eine große Chance?

Caroline Juszczak: Man muss am Anfang einfach dranbleiben und darf nicht aufgeben. Wenn man nach vier Wochen sagt: „Ey, das funktioniert nicht“. Das ist definitiv zu früh, um zu erkennen, ob man das nicht doch hinbekommt. Ich habe erst nach einem halben Jahr gemerkt, dass ich angekommen bin. Danach wurde es auf jeden Fall leichter.

AKAD: Was hat sie immer wieder aufs Neue motiviert?

Caroline Juszczak: Geholfen hat mir vor allem immer, das Ziel vor Augen zu haben, immer wieder zu überlegen: „Wo wollte ich denn hin? Warum mache ich das? Was inspiriert mich so daran? Was motiviert mich?“ Für mich ist wichtig, etwas abzuschließen. Und sich immer wieder zwischendurch zu belohnen. Wir haben eine Regel daheim. Immer wenn eine Klausur mit intensiver Prüfungsvorbereitung ansteht, so alle 6 bis 8 Wochen, gehen wir danach gemeinsam in eine Therme. Das haben wir als Familie jetzt schon mehrfach gemacht und es hat uns immer sehr gutgetan. Ich glaube, die bewusste, wenn auch kurze Auszeit und Belohnung ist sehr wichtig bevor der Fokus zurück zum Studium geht.

AKAD: Also auch hier wieder, um die Balance zu halten oder aufrechtzuerhalten: Konzentration, Disziplin und Fokus auf die Sache. Aber dann auch immer mal wieder was Schönes unternehmen. Freizeit bewusst einplanen. Wie sieht dann konkreter ihr Zeitmanagement aus? Also wie bekommen Sie das dann alles unter einen Hut, werden sich da wahrscheinlich einige Fragen?

Caroline Juszczak: Der Zeitplan ist eng. Zuerst die Arbeit, ich arbeite Vollzeit in einer Führungsposition. Dann einkaufen, Familien-Abendessen, Hausaufgaben, spielen, eine Runde kuscheln mit meiner Tochter, Küche sauber machen und dann spätestens um 20:30 Uhr ans Notebook zum Studieren. Dann habe ich ungefähr noch zwei, drei Stunden, je nachdem, wie fit ich bin. Ich habe den Vorteil, ich brauche nicht so viel Schlaf. Dann funktioniert es recht gut. Dazu kommt ein Teil vom Wochenende. Meistens studiere ich direkt samstags und sonntags morgens. Da bin ich frisch und konzentriert und der Rest der Familie schläft noch. Da habe ich mindestens nochmal zwei Stunden nur für mich, meinen Kaffee und mein Skript. Ich genieße es, so in den Tag zu starten und habe auch ein gutes Gefühl schon etwas weggearbeitet zu haben.

AKAD: Ja, das klingt auf jeden Fall danach da, dass es nicht langweilig wird.

Caroline Juszczak: Nein, definitiv nicht. Wichtig ist für mich immer, das Ziel im Auge zu haben. So und nicht anders habe ich es bewusst ausgewählt. Das war vorhersehbar. Es ist also nicht überraschend für mich, dass wenig Zeit ist, sondern es war vorher klar: Wenn ich das schaffen möchte, dann muss ich entsprechend die wenige Zeit, die vorhanden ist, eben noch ein Stück opfern, um durch diese Phase durchzugehen, bis das Studium abgeschlossen ist. Es ist nur für einen gewissen Zeitraum, der absehbar ist, für das Ziel, das ich erreichen möchte.

AKAD: Würden Sie sagen, dass es gerade für Frauen oder auch in Bezug auf den Wohnort im ländlicheren Raum eine andere Rolle spielt, sich flexibel weiterbilden zu können?

Caroline Juszczak: Da ich aus einem kleinen Dorf komme und eine längere Anfahrt zu den nächsten Städten habe, ist es für mich der Wohnort eins der ausschlaggebenden Themen. Ohne Online wäre für mich das Studium in meiner aktuellen Lebenssituation nicht möglich. Ich glaube, es ist stark von der aktuellen Lebenssituation abhängig. Ich kann mir durchaus vorstellen, junge Studenten möchten eher mal raus. Für mich persönlich ist es anders. Ich habe auf meiner Arbeit sehr viel Präsenz und Leute um mich herum und bin auch international unterwegs. Deshalb habe ich jetzt in meinem Studium eher das Verlangen, die wenige Zeit, die ich habe, dann tatsächlich für das Studium und das Lernen zu nutzen und weder Zeit für Fahrzeiten zu verlieren, noch habe ich großes Interesse daran, mich mit Studenten an einem Wochenende an einem Samstagabend zu treffen, weil es meine Lebenssituation eben nicht erlaubt. Die verbleibende freie Zeit gehört der Familie.

Zu Ihrer Frage: Ich erlebe durchaus Familien, bei denen die Rollenverteilung mittlerweile sehr ausgeglichen ist. Sowohl Mama als auch Papa haben einen Anteil an der Kindererziehung. Man kümmert sich gemeinsam oder wechselt sich ab, sodass sowohl Mama als auch Papa gut arbeiten gehen, sich weiterbilden oder auch Freizeit und Hobbys nachgehen können.

Ich erlebe es allerdings auch, dass das Thema Kind und Kindererziehung noch viel bei der Mama hängt. Vielleicht ist es auch ein regionales Thema und in anderen Regionen oder in der Stadt anders. Das kann ich nicht beurteilen und möchte es deshalb nicht verallgemeinern.

Wie auch immer die persönliche Situation ist, bietet ein Online-Studiengang große Vorteile, weil das Studium somit nicht von den Öffnungszeiten des Kindergartes oder der Schule abhängig.

AKAD: Also um es zu verallgemeinern für Menschen, die beruflich oder privat durch Kinder oder sonstige andere private Interessen eingespannt sind, ganz egal ob Mann oder Frau, würden Sie sagen, dass das Online-Studium eine gute Sache ist?

Caroline Juszczak: Definitiv. Es gibt ja nicht nur Kinder, sondern auch die Pflege von älteren Menschen zum Beispiel, die Zeit benötigt. Es muss jemand da sein, der sich kümmert. Auch da gibt es bestimmte Zeiten, die kollidieren mit Präsenzveranstaltungen, die eben in der Regel zu einem Zeitpunkt an einem festen Ort stattfinden. Das habe ich nicht bei einem Online-Studiengang, da bin ich flexibel. Ich lese dann im Skript, wenn ich Zeit habe oder wenn ich auch wirklich fit bin. Dieses Ausnutzen der besten Zeit, wenn ich aufnahmefähig bin, kann in einer Präsenzveranstaltung durchaus manchmal zu Herausforderungen führen. Ich habe dazu einen guten Vergleich. Ich habe vor 20 Jahren einen Bilanzbuchhalter in Präsenz gemacht, auch nebenberuflich. Samstags im Kurs war ich nicht immer zu 100 % fit, und voll aufnahmefähig. Ich war anwesend, aber habe manchmal vielleicht nur 60 % aufgenommen. Das passiert mir heute mit dem Online-Studium nicht. Wenn ich abends das Skript aufmache und feststelle, heute geht gar nichts, weil der Kopf voll und der Tag zu stressig war, dann mache ich heute halt mal das Skript wieder zu, schlafe zwei Stunden mehr und dann geht’s morgen auf ein Neues. Diese Möglichkeit habe ich nur online, in Präsenz nicht.

AKAD: Das Lernen nach dem eigenen Biorhythmus gestalten, ist also optimal gegeben.... Lassen Sie uns das Fernstudium noch ein bisschen aus Unternehmenssicht beleuchten: Sehen Sie einen Zusammenhang zum Fachkräftemangel oder welche Chancen Unternehmen generell aus dem digitalen Bildungsmodell ziehen können?

Caroline Juszczak: Zum einen ist es ganz klar eine Zeitersparnis, wenn ich mich digital weiterbilde. Es gibt keine Anfahrtswege. Ich kann die digitale Weiterbildung zeitunabhängig betreiben, bleibe also verfügbar, wenn im Unternehmen wichtige Aufgaben anstehen oder Projekte fertig gemacht werden müssen. Digitale Angebote können häufig auch in kleinere Einheiten aufgeteilt werden. Damit bin ich nicht gezwungen alles an einem Tag am Stück machen, sondern bin frei in der Zeiteinteilung. Das sehe ich als großen Vorteil. Durch digitale Bildungsangebote sind mehr Mitarbeiter in der Lage sich weiterzubilden, wenn es in Präsenz zu bestimmten Zeiten an einem bestimmten Ort nicht machbar ist. Ich selbst habe auch Mitarbeiter mit Kindern in Teilzeit. Schwierig, da irgendwie noch eine Präsenzweiterbildung reinzuschieben. Aber ein digitales Angebot, das geht dann schon.

AKAD: Aus Ihrer Sicht würden Unternehmen definitiv von Flexibilität und Effizient des digitalen Weiterbildens profitieren?

Caroline Juszczak: Ja, und mir fällt noch ein Vorteil ein. Es ist möglich sich ganz gezielt auf Themen vorbereiten. Durch das große Onlineangebot kann ich immer sehr gezielt ein passendes Thema auswählen und es möglichst schnell bearbeiten im Gegensatz zu starren Präsenzveranstaltungen. Die finden dann doch nur zu bestimmten Zeiten statt, in einem gewissen Rhythmus. Online steht fast alles jederzeit zur Verfügung. Das heißt also genau das, was ich vorhin erwähnt habe: Ich wähle meine Module, je nachdem, welche Aufgaben bei der Arbeit anstehen. Das funktioniert natürlich mit jeglichen digitalen Weiterbildungsthemen. Ich kann ganz gezielt, wenn ich ein Projekt habe, mich digital, spezifisch und sehr schnell weiterbilden.

AKAD: Und somit kommt das Wissen dann schnell im Unternehmen an.

Caroline Juszczak: Ja, und auch praxisorientiert. Man kann sich wirklich Wissen aneignen und es direkt umsetzen.

AKAD: Sie haben vorhin auch öfters das lebenslange Lernen erwähnt. Zum Abschluss vielleicht noch die Frage an Sie: Was verbinden Sie damit? Was bedeutet lebenslanges Lernen für Sie?

Caroline Juszczak: Zum einen bedeutet es für mich, sich immer wieder upzudaten. Und sich mit Neuerungen, was im Finanzbereich ja vor allem gesetzliche Änderungen betrifft, zu beschäftigen, sich andererseits aber auch mit ganz neuen Technologien wie zum Beispiel RPA, Robotics, KI, künstliche Intelligenz, AI oder auch allgemein mit Low-Code-Themen zu beschäftigen. Immer zu schauen, was hat es für eine Auswirkung auf die aktuelle Situation? Kann ich diese Technologien nutzen? Auch Megatrends spielen eine große Rolle bei Personal- und Führungsthemen, wie das Digital Leadership, New Work oder überhaupt die digitale Transformation. Das sind große Themen, die es auch erfordern, immer weiter zu lernen. Kontinuierliche Verbesserung, also Continuous Improvement, immer ein Stückchen besser zu werden und eine bessere Technologie zu nutzen, Prozesse effizienter zu gestalten- das ist lebenslanges Lernen für mich. Und natürlich ganz viele Themen, die wir heute noch gar nicht kennen. Das gehört zur Digitalisierung, die volatile Welt, die disruptiven Einflüsse, die dazu führen, dass sich Dinge noch schneller verändern, als wir das heute schon kennen. Damit ist es ein „MUSS“ sich permanent mit den Änderungen und neuen Technologien zu beschäftigen und auch immer wachsam zu sein. Wo die Reise hingeht.

AKAD: Vielen, vielen Dank für den Einblick in Ihr Studium, in Ihre Welt und wie Sie das alles unter einen Hut bringen. Das war wirklich sehr interessant und wird hoffentlich auch noch viele andere Menschen inspirieren. Es ist ein sehr tolles Beispiel, dass Weiterbildung auch in verschiedensten Lebenslagen möglich ist. Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Zeit und Ihre Antworten und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Caroline Juszczak: Vielen Dank. Ihnen auch.

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