Gesundheit – ein privates Anliegen wandelt sich zur Chefsache

13 Oktober 2022

ein privates Anliegen wandelt sich zur Chefsache

Wir alle kennen diesen Moment: Der Wecker klingelt. Sie verlassen das Bett und merken: „Hoppla, mein Körper will nicht so wie ich.“ Er signalisiert Ihnen, dass nicht alles in Ordnung ist. Spätestens beim morgendlichen Kaffee kommt dann die Frage auf, ob eine Krankschreibung notwendig und vertretbar ist. Nach der eigenen Entscheidung über die individuelle Einsatzfähigkeit steht eventuell dann doch der Griff zum Homeoffice-Laptop an, aus Kollegialität, aus individuellem Arbeitsdruck heraus. Doch wäre es nicht besser, sich in einem weniger subjektiven, sondern klar geregelten Klima mit der eigenen Gesundheit befassen zu können?

Wer in einem Unternehmen arbeitet, in dem nicht auch die Führungskräfte Wert auf einen „gesunden“ Umgang mit der Leistungskraft ihrer Teammitglieder legen, ist eher versucht, trotz offensichtlicher Erkrankung den Arbeitsplatz aufzusuchen. Wie Julia Strücker ausführt, fehlen häufig bei Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit dem alltäglichen Arbeitsumfeld Bewusstsein und Strukturen.

Eine Verschiebung des Zuständigkeitsbereichs

Bereits während der Industriellen Revolution, in Zuge derer der Gesetzgeber erste Regularien zur Gewährleistung von Sicherheit am Arbeitsplatz erlassen hatte, ging eine erste Verschiebung der Zuständigkeit bei Fragen der Gesundheit vom Privaten ins Arbeitsrechtliche vonstatten.

Angekommen im Zeitalter der Automatisierung von Prozessen zur Entlastung der Arbeitnehmer verstärkt sich diese Problematik der gesunden Balance aus Leistung & Regeneration, da inzwischen die absolute Abrufbarkeit der Qualifikationen durch Digitalisierung 24/7 möglich – und vielerorts auch erwünscht ist. Die ständige gefühlte bis tatsächliche Erreichbarkeit bleibt oft nicht ohne Folge für die Mitarbeitenden… unerwünschter Beifang dieser Veränderung sind häufig psychische Probleme, die aus dem ständigen Druck und den andauernden Fortbildungen zum Erhalt der eigenen Stellung resultieren. Diese wiederum können zu weiterführenden psychischen Belastungen führen, die unter den aktuellen Gesetzen zum Schutz von Arbeitnehmern eine eher untergeordnete Rolle spielen. Hier besteht ein immer drängender Handlungsbedarf seitens des Gesetz- und Arbeitgebers.

Leichter gesagt als getan

In ihrem eigensten Interesse sollte – laut der Ausführungen der 34-Jährigen AKAD Absolventin des Master-Studiengangs „HR-Management/Talentmanagement“ mit dem Fokus auf Wirtschaftspsychologie – jedes Unternehmen großes Interesse an dem Gesundheitsstatus seiner Mitarbeiter zeigen. Schließlich erledigen diese die Arbeit und garantieren das weitere Bestehen und die wirtschaftliche Prosperität mit. Mit Bewusstsein alleine ist es jedoch nicht getan: Julia Strücker analysiert, dass sich Unternehmen im Zeitalter der Digitalen Transformation heute schwerer denn je damit tun, ein umfassendes Programm zum Gesundheitsmanagement der Arbeitnehmenden zu entwickeln. Das mag einerseits mit den diversifizierten individuellen Ansprüchen eines jeden Menschen zu tun haben, doch lassen sich andererseits auch zögerliche Managemententscheidungen erkennen. Wo die Führungspersonen dem Gedanken eines ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses im Arbeitsumfeld noch nicht sehr aufgeschlossen gegenüber stehen, fehlt es eher an Maßnahmen und Angeboten.

Einmal alles bitte

Bei der Erarbeitung von Angeboten für Mitarbeitende sollte laut Julia Strücker auf vier Bereiche besonders geachtet werden, um das Konzept von „Health and Wellbeing“ zufriedenstellend umsetzen zu können:

  • Gesellschaft
  • Arbeit
  • Umfeld
  • Bildung.

Doch der Reihe nach.

Der Mensch ist ein soziales Wesen…

.. das wussten schon die alten Römer. Es ist daher sehr wichtig, unternehmensintern ein guten Umgang miteinander zu pflegen. Der Arbeitgeber hat hier die Aufgabe, auch Zeit und Raum für den persönlichen Austausch untereinander zu schaffen. Selbst wenn´s nur ein „Was hast du am Wochenende gemacht?“ ist: es hilft!

Zusätzlich unterstützt es Mitarbeitende unabhängig vom auftretenden Krankheitsbild ungemein, zu spüren, auch in Phasen von gesundheitlichen Schwächen nicht alleingelassen zu werden. Soll heißen, dass die Arbeit so organisiert sein sollte, dass bei Ausfall einer Person auch andere im Team die anfallenden Aufgaben übernehmen können – ohne schlechtes Gewissen beim Ausfallenden. Dieses System schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Projekte stehen während der Fehlzeit nicht still und – viel wichtiger – der/die von Krankheit betroffene Arbeitnehmende kann sich ohne Druck, das Projekt zu bremsen, zuhause auskurieren.

Auch das Arbeitsumfeld spielt eine wichtige Rolle: Pflanzen, Rückzugsmöglichkeiten, ein angenehmes Klima und so weiter sind Faktoren, die einerseits Wertschätzung vermitteln und andererseits Leistungsfähigkeit indirekt fördern.

Bei unseren immer spezifischer werdenden Tätigkeiten sind eine Menge Fachwissen und Erfahrung unabdinglich. Dass diese nicht von heute auf morgen aus dem Nichts kommen, macht die Bindung von Fachkräften über solche „weichen Faktoren“ ans Unternehmen umso wichtiger. Resultierend daraus bietet es sich also an, den Angestellten diesbezügliche Angebote zu machen. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten spielen eine sehr große Rolle die der Identifikation mit dem Unternehmen, legt Julia Strücker dar. Je mehr Freiheiten hierbei gewährt werden, desto mehr Zufriedenheit kann im Team generiert werden – wir alle lernen nämlich unterschiedlich schnell. Der Rahmen dafür muss allerdings passen und individuell flexibel gestaltbar sein. Fernstudiengänge dienen hier Unternehmen wie Weiterbildungswilligen durch ihre Anpassungsfähigkeit des zeit- und ortsunabhängigen Lernens ganz besonders.

Fokus auf den Faktor Mensch

Entscheidend für den Erfolg von betrieblichem Gesundheitsmanagement ist, wie die sympathische Schwarzwälderin ausführt, eins: Egal, wie gut eine Gesundheitskampagne ist, unabhängig davon, wie schön die neue Mensa sein mag und der Umfang der Angebote auch ist: Priorität Nummer 1 sollte immer sein, sich so nah wie möglich am individuellen Menschen zu orientieren. Wir alle interpretieren unser Wohlbefinden anders. Genau das ist auch die größte Herausforderung bei der Entwicklung eines Systems, das unser aller Gesundheit gerecht wird.

Über das Vorbild von Führungskräften, die selbst auch nicht krank zur Arbeit erscheinen eine passende Balance aus Leistung & Regeneration vorleben und die Schaffung eines entsprechenden solidarischen Umfelds lässt sich also viel bewegen. Gedacht und gemacht als langfristiger, strategischer Prozess sind hier noch viele Chancen ungenutzt, um qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. In der Schaffung des Bewusstseins für die umfassende Bedeutung von Health & Wellbeing liegt noch viel Potenzial, so das Fazit der Masterarbeit von Julia Strücker.

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