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Studierend im Fernstudium mit Behinderung: Vorteile für den Studienalltag

Flexible Zeitgestaltung, digitale Barrierefreiheit und individuelle Unterstützung.

In aller Kürze:

- Verlängerte Prüfungszeiten, alternative Formate und technische Hilfsmittel schaffen Chancengleichheit.
- Lernen ohne Anfahrtswege & Präsenzpflichten: Ideal bei körperlichen, psychischen oder chronischen Einschränkungen.

Was bedeutet Studieren für Menschen mit Behinderung?

Infografik: Jede sechste Studierende hat besondere Bedürfnisse, Anteil von 16% auf 84% gestiegen, Verdopplung seit 2011

Oft liest man von „Studieren mit Einschränkungen“ oder „Studieren mit Beeinträchtigung“. Gemeint ist damit das Studium von Menschen, deren Studienalltag durch körperliche, psychische, sensorische oder chronische gesundheitliche Faktoren erschwert ist. Dazu zählen sichtbare und nicht sichtbare Beeinträchtigungen. Häufig verwendete Begriffe sind auch Behinderung oder Beeinträchtigung.

Gemeint sind zum Beispiel:

  • körperliche Einschränkungen oder chronische Erkrankungen
  • psychische Belastungen oder neurodiverse Ausprägungen
  • Sinnesbeeinträchtigungen (z. B. Seh- oder Hörbeeinträchtigungen)
  • Lernschwierigkeiten oder Teilleistungsstörungen

Viele dieser Einschränkungen sind nicht sichtbar und werden im Studienalltag oft unterschätzt. Umso wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die ein gleichberechtigtes Studieren ermöglichen.1

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

(Artikel 3, Abs. 3, Satz 2 des Grundgesetzes)

Typische Herausforderungen im Studienalltag bei Erkrankungen

Studierende mit besonderen Bedürfnissen wie etwa einer chronischen Erkrankung stehen häufig vor organisatorischen, baulichen oder sozialen Hürden. Dazu gehören beispielsweise:

  • nicht barrierefreie Gebäude oder digitale Lernplattformen
  • starre Prüfungsformate und enge Fristen
  • hohe Anforderungen an Selbstorganisation und Belastbarkeit
  • fehlendes Verständnis oder mangelnde Sensibilisierung im Umfeld

Diese Faktoren können dazu führen, dass das Studium als deutlich belastender empfunden wird als für Studierende ohne besondere Bedürfnisse.

Wie kann ein Fernstudium den Studienalltag erleichtern?

Infografik: Fernstudium bietet mehr Flexibilität im Studienalltag durch Barrierefreiheit, flexible Lernzeiten, Entlastung und Nachteilsausgleich

Für viele Studierende mit besonderen Bedürfnissen kann ein Fernstudium eine geeignete Alternative zum klassischen Präsenzstudium sein. Denn individuelle Bedürfnisse lassen sich oft besser berücksichtigen und studienbedingte Belastungen reduzieren.

  • Barrierefreiheit: Digitale Lernformate reduzieren physische Barrieren und ermöglichen den Zugang zu Lehrinhalten unabhängig von Anfahrtswegen oder baulichen Einschränkungen.
  • Flexibilität: Aufgezeichnete Vorlesungen und barrierearme Materialien unterstützen ein selbstbestimmtes Lernen.
  • Entlastung: Ein geringerer organisatorischer und sozialer Druck wirkt besonders für Studierende mit chronischen oder psychischen Beeinträchtigungen entlastend.
  • Nachteilsausgleich: Auch im Fernstudium sind Nachteilsausgleiche möglich und ergänzen die flexiblen Studienstrukturen sinnvoll.

Was ist ein Nachteilsausgleich im Studium?

Ein Nachteilsausgleich ist eine Maßnahme, die sicherstellt, dass Studierende mit besonderen Bedürfnissen trotz erschwerender Bedingungen gleichberechtigt bewertet werden. Er verändert nicht die Prüfungsinhalte, sondern die Rahmenbedingungen.

Welche Nachteilsausgleiche sind möglich?

Viele Hochschulen bieten gezielte Unterstützungsmaßnahmen an, um Chancengleichheit im Studium und Teilhabe zu fördern. Mögliche Maßnahmen im Rahmen des Nachteilsausgleichs sind unter anderem:

  • verlängerte Prüfungszeiten
  • alternative Prüfungsformen
  • technische Hilfsmittel
  • flexible Anwesenheitsregelungen

Ergänzend dazu gibt es oft Beratungsstellen, Beauftragte für Studierende mit Beeinträchtigungen sowie psychologische Unterstützungsangebote.

Wie beantrage ich einen Nachteilsausgleich?

Der Antrag erfolgt in der Regel über das Prüfungsamt oder eine zentrale Beratungsstelle der Hochschule. Meist ist ein ärztliches oder fachliches Attest erforderlich, das die studienrelevanten Auswirkungen beschreibt.

ein Glas gefüllt mit Münzen und einer Pflanze.

Von Sozialleistungen über spezielle Stipendien

Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten, die gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Entscheidend ist, sich rechtzeitig zu informieren und Unterstützung bei der Antragstellung zu holen.

Fazit: Inklusion ist ein Gewinn für alle

Ein inklusives Hochschulsystem kommt nicht nur einzelnen Gruppen zugute, sondern verbessert die Studienbedingungen insgesamt. Barrierefreie Zugänge, flexible Lernformate und transparente Kommunikation etwa helfen allen Studierenden – unabhängig von individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen.

FAQ

Dazu gehören unter anderem Menschen mit körperlichen Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen, Sinnesbeeinträchtigungen, ADHS, Autismus-Spektrum oder Lernstörungen wie Legasthenie. Auch temporäre Einschränkungen können relevant sein.
Ja. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout gelten als studienrelevante Einschränkungen und können einen Anspruch auf Unterstützung oder Nachteilsausgleich begründen.
Eine Offenlegung ist freiwillig. Für offizielle Unterstützungsmaßnahmen wie den Nachteilsausgleich ist jedoch ein Nachweis notwendig. Die Informationen unterliegen dem Datenschutz und werden vertraulich behandelt.
Typische Herausforderungen sind fehlende Barrierefreiheit, hohe zeitliche Belastung, starre Prüfungsformate, nicht barrierefreie digitale Angebote sowie mangelnde Sensibilisierung im Hochschulumfeld.
Ja. Mit geeigneten Rahmenbedingungen, individueller Unterstützung und inklusiven Strukturen ist ein erfolgreiches Studium gut möglich und bereits für viele Studierende Realität.

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Quellenangaben:

  1. Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) & Deutsches Studentenwerk (DSW). (2023). Die Studierendenbefragung in Deutschland: best 3 – Studieren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung (Bericht zur 22. Sozialerhebung 2021). Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ↩︎

Über die Autor:innen

Fabienne Leonard

Die studierte Germanistin arbeitete zunächst im Bereich Presse und Public Relations, bevor sie sich 2017 als Redakteurin selbstständig machte. Zu ihren Kunden gehören Publikums- und Fachverlage sowie Bildungsagenturen, für die sie regelmäßig publiziert. 

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