Studierend im Fernstudium mit Behinderung: Vorteile für den Studienalltag
Flexible Zeitgestaltung, digitale Barrierefreiheit und individuelle Unterstützung.
- Was bedeutet Studieren für Menschen mit Behinderung?
- Typische Herausforderungen im Studienalltag bei Erkrankungen
- Wie kann ein Fernstudium den Studienalltag erleichtern?
- Was ist ein Nachteilsausgleich im Studium?
- Welche Nachteilsausgleiche sind möglich?
- Wie beantrage ich einen Nachteilsausgleich?
- Fazit: Inklusion ist ein Gewinn für alle
- FAQ
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In aller Kürze:
- Verlängerte Prüfungszeiten, alternative Formate und technische Hilfsmittel schaffen Chancengleichheit.
- Lernen ohne Anfahrtswege & Präsenzpflichten: Ideal bei körperlichen, psychischen oder chronischen Einschränkungen.
Was bedeutet Studieren für Menschen mit Behinderung?
Oft liest man von „Studieren mit Einschränkungen“ oder „Studieren mit Beeinträchtigung“. Gemeint ist damit das Studium von Menschen, deren Studienalltag durch körperliche, psychische, sensorische oder chronische gesundheitliche Faktoren erschwert ist. Dazu zählen sichtbare und nicht sichtbare Beeinträchtigungen. Häufig verwendete Begriffe sind auch Behinderung oder Beeinträchtigung.
Gemeint sind zum Beispiel:
- körperliche Einschränkungen oder chronische Erkrankungen
- psychische Belastungen oder neurodiverse Ausprägungen
- Sinnesbeeinträchtigungen (z. B. Seh- oder Hörbeeinträchtigungen)
- Lernschwierigkeiten oder Teilleistungsstörungen
Viele dieser Einschränkungen sind nicht sichtbar und werden im Studienalltag oft unterschätzt. Umso wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die ein gleichberechtigtes Studieren ermöglichen.1
Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
(Artikel 3, Abs. 3, Satz 2 des Grundgesetzes)
Typische Herausforderungen im Studienalltag bei Erkrankungen
Studierende mit besonderen Bedürfnissen wie etwa einer chronischen Erkrankung stehen häufig vor organisatorischen, baulichen oder sozialen Hürden. Dazu gehören beispielsweise:
- nicht barrierefreie Gebäude oder digitale Lernplattformen
- starre Prüfungsformate und enge Fristen
- hohe Anforderungen an Selbstorganisation und Belastbarkeit
- fehlendes Verständnis oder mangelnde Sensibilisierung im Umfeld
Diese Faktoren können dazu führen, dass das Studium als deutlich belastender empfunden wird als für Studierende ohne besondere Bedürfnisse.
Wie kann ein Fernstudium den Studienalltag erleichtern?
Für viele Studierende mit besonderen Bedürfnissen kann ein Fernstudium eine geeignete Alternative zum klassischen Präsenzstudium sein. Denn individuelle Bedürfnisse lassen sich oft besser berücksichtigen und studienbedingte Belastungen reduzieren.
- Barrierefreiheit: Digitale Lernformate reduzieren physische Barrieren und ermöglichen den Zugang zu Lehrinhalten unabhängig von Anfahrtswegen oder baulichen Einschränkungen.
- Flexibilität: Aufgezeichnete Vorlesungen und barrierearme Materialien unterstützen ein selbstbestimmtes Lernen.
- Entlastung: Ein geringerer organisatorischer und sozialer Druck wirkt besonders für Studierende mit chronischen oder psychischen Beeinträchtigungen entlastend.
- Nachteilsausgleich: Auch im Fernstudium sind Nachteilsausgleiche möglich und ergänzen die flexiblen Studienstrukturen sinnvoll.
Was ist ein Nachteilsausgleich im Studium?
Ein Nachteilsausgleich ist eine Maßnahme, die sicherstellt, dass Studierende mit besonderen Bedürfnissen trotz erschwerender Bedingungen gleichberechtigt bewertet werden. Er verändert nicht die Prüfungsinhalte, sondern die Rahmenbedingungen.
Welche Nachteilsausgleiche sind möglich?
Viele Hochschulen bieten gezielte Unterstützungsmaßnahmen an, um Chancengleichheit im Studium und Teilhabe zu fördern. Mögliche Maßnahmen im Rahmen des Nachteilsausgleichs sind unter anderem:
- verlängerte Prüfungszeiten
- alternative Prüfungsformen
- technische Hilfsmittel
- flexible Anwesenheitsregelungen
Ergänzend dazu gibt es oft Beratungsstellen, Beauftragte für Studierende mit Beeinträchtigungen sowie psychologische Unterstützungsangebote.
Wie beantrage ich einen Nachteilsausgleich?
Der Antrag erfolgt in der Regel über das Prüfungsamt oder eine zentrale Beratungsstelle der Hochschule. Meist ist ein ärztliches oder fachliches Attest erforderlich, das die studienrelevanten Auswirkungen beschreibt.
Von Sozialleistungen über spezielle Stipendien
Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten, die gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Entscheidend ist, sich rechtzeitig zu informieren und Unterstützung bei der Antragstellung zu holen.
Fazit: Inklusion ist ein Gewinn für alle
Ein inklusives Hochschulsystem kommt nicht nur einzelnen Gruppen zugute, sondern verbessert die Studienbedingungen insgesamt. Barrierefreie Zugänge, flexible Lernformate und transparente Kommunikation etwa helfen allen Studierenden – unabhängig von individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen.
FAQ
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Quellenangaben:
- Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) & Deutsches Studentenwerk (DSW). (2023). Die Studierendenbefragung in Deutschland: best 3 – Studieren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung (Bericht zur 22. Sozialerhebung 2021). Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ↩︎
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