Business KPIs auf einem Diagramm auf Laptop

Warum ist Controlling im Master gerade jetzt sinnvoll?

Wirtschaftliche Krisen sind längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern Teil des Alltags. Innerhalb dieses Spannungsfeldes gewinnt Controlling eine neue Bedeutung.

In aller Kürze: Warum Controlling im Master studieren?

- Modernes Controlling ist strategischer Partner des Managements und unterstützt fundierte Entscheidungen.
- Studierende lernen, Zahlen kritisch zu hinterfragen und Zusammenhänge zu analysieren.

Prof. Dr. Markus Grottke, Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Digital Business, erklärt im Gespräch, was das Besondere an dem Masterstudiengang Controlling (M.Sc.) der AKAD University an und warum man ihn gerade jetzt studieren sollte.

„Zahlen sind die DNA jedes Unternehmens“ – aber sie erzählen nie die ganze Geschichte

Prof. Dr. Markus Grottke betont, dass Zahlen die Grundlage aller unternehmerischen Entscheidungen bilden: „Zahlen sind die DNA jedes Unternehmens.“ Sie zeigen, ob ein Unternehmen Wert schafft oder vernichtet, und ob Strategien angepasst werden müssen. Allerdings spiegeln Zahlen nie die ganze Realität wider, da sie immer das Ergebnis von Prognosen, Bewertungen und oft auch subjektiven Einschätzungen sind.

Gerade deshalb sei ein Controlling-Studium besonders wertvoll: Es vermittelt nicht nur die Fähigkeit, Zahlen zu interpretieren, sondern auch die kritische Perspektive, dass „in Zahlen ja nicht alles abgebildet wird, sondern immer nur Transaktionen und ggf. Schätzungen über Werte, die höchst subjektiv sind.“ Studierende lernen, Zahlen nicht als absolute Wahrheiten, sondern als Werkzeuge zu verstehen, die den Mehrwert eines Unternehmens positiv oder negativ beeinflussen können. Grottke erklärt: „Es geht darum, offenzulegen, warum es rational ist, gerade nicht zu verzerren. So vernichtet dieses bezogen auf das Gesamtunternehmen Ressourcen, weil nicht mehr optimale, sondern nur noch suboptimale Handlungsalternativen realisiert werden.“

In einem zunehmend harten Wettbewerbsumfeld wird so deutlich, dass Controlling mehr ist als reine Zahlenerfassung, denn es schafft die Grundlage für fundierte, rationale Entscheidungen, die das Unternehmen effizient und nachhaltig steuern.

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Lesetipp für Controlling-Studierende:

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Master in Controlling heute komplexer ist als je zuvor

Die Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns haben sich grundlegend verändert. Unternehmen agieren heute in einem Umfeld hoher Dynamik und Unsicherheit, das häufig mit dem Begriff der VUCA-Welt beschrieben wird. Diese ist gekennzeichnet durch Volatilität (Volatility), Unsicherheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Mehrdeutigkeit (Ambiguity) und steht für die zunehmende Unvorhersehbarkeit wirtschaftlicher und technologischer sowie gesellschaftlicher Entwicklungen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch Hyperkonnektivität, also die enge globale Vernetzung von Märkten, Akteuren, Technologien und Informationsströmen, durch die Veränderungen sich schneller ausbreiten und Wechselwirkungen komplexer werden. Vor diesem Hintergrund sind agile Führung, resiliente Strategien und in besonderem Maße ein vorausschauendes Controlling entscheidend, um Orientierung zu schaffen und nachhaltige Entscheidungen zu ermöglichen.1

Controlling: Vom reinen Kontrollinstrument zum strategischen Partner des Managements

Es braucht also eine Form von Kontrolle, welche anders vorgeht, welche nie allein auf Zahlen rekurriert. Sondern immer auf das Zusammenspiel zwischen der vielfältigen qualitativen Realität einerseits und den kalkulativen Praktiken andererseits, die hier angewandt werden. Und gerade, wer auf das Zusammenspiel achtet, wird Controlling-Instrumente so einsetzen, dass sie das Unternehmen nach vorne bringen und nicht ausbremsen.

Vor diesem Hintergrund muss sich das Controlling neu erfinden. Eine ausschließlich auf die Unternehmensspitze ausgerichtete Controlling-Funktion sei unter diesen Bedingungen nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen entwickelt sich Controlling zu einer Schnittstellenfunktion, die verschiedene Perspektiven zusammenführt. „Es gilt die Zahlenperspektive, aber eben weniger als Rechtfertigung, sondern vielmehr als Ausgangspunkt für Diskussionen“, so Grottke.

Der Weg zur Hölle kann auch mit Exceltabellen und falsch angewendeten Controlling-Instrumenten gepflastert sein. Hinzu kommt, dass identische Controlling-Instrumente aufgrund unterschiedlicher menschlicher Verhaltensweisen auch sehr unterschiedliche Wirkungen haben können und unterschiedliche Controlling-Instrumente das Gleiche bewirken können. Gerade solche Einsichten sind sehr wichtig, um mit Controlling-Instrumenten in instabilen und unsicheren Zeiten adäquat umgehen zu können.

Die Digitalisierung verändert Fundamente des Controllings

Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Grundlagen unternehmerischer Steuerung tiefgreifend. Unternehmen verfügen heute über Daten in nie dagewesener Menge, Geschwindigkeit und Detailtiefe. Gleichzeitig entstehen neue Rollen wie Data Scientist, digitaler Controller oder Business Analyst, während klassische Aufgaben weiterhin bestehen bleiben. Häufig bilden sich hybride Rollen, die traditionelle Controlling-Tätigkeiten mit digitalen Kompetenzen kombinieren.

Dieser Wandel bringt jedoch auch Herausforderungen und Rollenkonflikte mit sich: Controller:innen müssen zwischen ihrer Unabhängigkeit und enger Zusammenarbeit mit dem Management navigieren und dabei unterschiedliche Managementstile berücksichtigen und Spannungen konstruktiv meistern.
Klassische Controlling-Logiken, die auf stabilen Planungsannahmen und klaren Ursache-Wirkungs-Beziehungen beruhen, geraten dadurch an ihre Grenzen.2

Wie Studiengangsleiter Prof. Dr. Markus Grottke erläutert, erschwert die dynamische Datenlage eine klare Leistungsbeurteilung erheblich: „Wenn die Datenbasis, auf welcher ich entscheide, sich immer wieder verändert, dann kann ich als Controller oft überhaupt nicht mehr beurteilen, ob wirklich schlechte, zum Besseren beeinflussbare Leistungen vorliegen.“ Häufig seien scheinbar negative Ergebnisse vielmehr Ausdruck „guter Leistungen unter widrigen Umständen“, da sich nahezu alle relevanten Variablen gleichzeitig verändern.

and setzt einen Holzklotz mit einer Waage zwischen Klötze mit KI- und Gehirn-Symbolen – Darstellung der Balance zwischen Technologie, Ethik und menschlicher Führung.

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Antworten auf aktuelle Herausforderungen

Aktuelle Herausforderungen machen professionelles Controlling unverzichtbar. Zu nennen sind hierbei beispielsweise die Lieferschwierigkeiten in vielen Branchen, eine hohe Inflation, der Fachkräftemangel und der Kostendruck, der auf Unternehmen lastet.

Wie kann Controlling in Krisenzeiten dazu beitragen, Wirtschaftlichkeit zu sichern, ohne Mitarbeitende zu überlasten oder zu verlieren?

Controlling kann in Krisenzeiten eine zentrale Rolle dabei spielen, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern, ohne dass Mitarbeitende überlastet oder demotiviert werden. Prof. Dr. Markus Grottke betont, dass es dabei nicht darum gehe, an den Mitarbeitenden zu sparen. Im Gegenteil: „So ein Vorgehen kann sich als vollkommen falsch erweisen, wenn die fraglichen Fachkräfte hoch gesucht sind und sich dann eben einfach schnell einen anderen Arbeitgeber suchen.“ Entscheidend sei vielmehr, Ressourcen fair zu bewerten und über Controlling gezielt Konstellationen zu identifizieren, in denen Wertschöpfung effizienter gestaltet werden kann und zugleich als gerecht wahrgenommen wird.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die organisatorische Optimierung: Doppelarbeiten sollten konsequent abgebaut werden, da sie nicht nur Kosten treiben, sondern auch die Arbeitslast ungleich verteilen. Grottke erklärt dazu: „Ein Wasserkopf, der Tätigkeiten nochmals vornehmen lässt, die bereits an anderer Stelle der Organisation kompetenter und schneller ausgeführt werden, lässt die Kosten explodieren und den Eindruck entstehen, dass Arbeitslast extrem ungleich verteilt ist.“ Controlling trägt somit dazu bei, Prozesse zu straffen, Effizienzpotenziale zu erkennen und eine Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Mitarbeitendenzufriedenheit zu schaffen.

Wie können Controller:innen Unternehmen helfen, Inflation wirtschaftlich und nachhaltig zu bewältigen?

Inflation stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da sie sowohl Unsicherheit erzeugt als auch Gewinner und Verlierer schafft. Wie Prof. Dr. Markus Grottke betont, könnte sich eine Organisation zwar „einfach darauf konzentrieren, auf der Gewinnerseite zu stehen, z.B. mit langlaufenden Schulden und kurzfristig fällig werdenden Forderungen“, tatsächlich sei die Lage aber deutlich komplexer. Controller spielen hier eine entscheidende Rolle, indem sie Strategien entwickeln, die sowohl das Unternehmen als auch dessen Umfeld berücksichtigen. „Systemisch überlebt keine Organisation, die sich auf Kosten des Umfeldes bereichert“, so Grottke, weshalb es darum gehe, nachhaltige Win-win-Situationen zu identifizieren, die es erlauben, der Inflation wirksam zu begegnen.

Vier Ausdifferenzierungen des Master-Studiengangs

Der Studiengang ist insofern besonders, dass er vier verschiedenen Zielgruppen Zugang gewährt. Studierende aus IT, Data Science, Management oder klassischem Rechnungswesen profitieren von einer praxisnahen Ausbildung, die den Anforderungen des modernen Controllings gerecht wird und ein gemeinsames Verständnis für strategische Unternehmenssteuerung vermittelt.

Zielgruppen des StudiengangsIT-Spezialist:innen
Data Science / KI-Spezialist:innen
Manager:innen
Studierende aus Rechnungswesen, Steuern, Controlling (Finance, Accounting, Controlling & Taxation)
Relevanz für mittelständische UnternehmenDie vier Teilbereiche des Controlling:
1. Leitung Rechnungswesen
2. Controlling für IT-Schnittstellen und Datenaggregation
3. Head of Controlling, Kommunikation mit Management
4. Data Science affiner Controller:innen, datenanalytische Methoden
Zugang zum StudiumÜber den Einstieg ins Studiums entscheidet die persönliche Interessenlage. Es wird empfohlen, den Zugang entsprechend der eigenen Stärken und Vorlieben zu wählen, um Motivation und Erfolg zu maximieren.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Master im Controlling ist

Der Arbeitsmarkt deutet klar darauf hin, dass Fachkräfte gefragt sind, die analytische Stärke und strategisches Denken miteinander verknüpfen können. Gemeint sind damit Controller:innen, die komplexe Daten interpretieren können, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und dabei vor allem Verantwortung übernehmen können, um Orientierung zu geben.

Quellen:

  1. VUCA Welt. (2025). VUCA Welt – Expertise im Umgang mit VUCA. Zugriff am 23.12.2025, https://www.vuca-welt.de/ ↩︎
  2. Feldbauer-Durstmüller, B., & Mayr, S. (Hrsg.). (2019). Controlling – Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Spezialaspekte. Springer Fachmedien Wiesbaden. Zugriff am 23.12.2025, https://www.springerprofessional.de ↩︎

FAQs

Der Studiengang richtet sich an Absolvent:innen aus Rechnungswesen, Controlling, Finance, Management, IT und Data Science. Besonders profitieren diejenigen, die analytische Fähigkeiten, strategisches Denken und technisches Know-how kombinieren möchten, um Unternehmen in dynamischen und unsicheren Umfeldern zu steuern.
Moderne Controller:innen sind nicht mehr nur Zahlenlieferant:innen, sondern strategische Partner des Managements. Sie analysieren Zusammenhänge, moderieren Entscheidungsprozesse und helfen Unternehmen, in volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Situationen fundierte Entscheidungen zu treffen.
Der Master vermittelt neben klassischem Controlling-Wissen auch digitale Kompetenzen, Datenanalyse-Fähigkeiten, kritisches Hinterfragen von Kennzahlen, strategische Entscheidungsfindung sowie Werte- und Verantwortungsbewusstsein. Studierende lernen, Zahlen nicht nur zu interpretieren, sondern ihre Aussagen kritisch zu hinterfragen und in unternehmerische Entscheidungen einzubetten.

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Über die Autor:innen

Aylin Karayilan

Als angehende Lehrerin bringt sie einen besonderen Fokus auf Pädagogik, Lernerfahrungen und didaktische Ansätze in die AKAD ein. Mit ihrer Expertise und Leidenschaft für das Lernen und Lehren gestaltet sie Inhalte, die nicht nur akademisch fundiert, sondern auch didaktisch wertvoll sind.

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