Innovationsland Deutschland? Ergebnisse des Global Innovation Index 2016

1 September 2016

Ganz objektiv betrachtet: Wie innovativ ist eigentlich Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern? Die kürzlich erschienene Ausgabe des Global Innovation Index beschäftigt sich unter anderem mit dieser Fragestellung und zeigt, dass es mit der Innovationsfähigkeit Deutschlands relativ zu anderen Ländern durchaus aufwärts geht. Wichtig ist dies, weil Innovation einen essenziellen Faktor globaler Wettbewerbsfähigkeit darstellt – nicht nur für das einzelne Unternehmen, sondern auch auf nationaler Ebene.

Eine Zusammenfassung von Prof. Dr. Robert Rossberger
Der Global Innovation Index wurde 2007 von der Business School INSEAD mit dem Anspruch initiiert, ein komplettes Abbild von Innovation auf nationaler Ebene zu erfassen. Er versucht dabei, soweit möglich, die zur Verfügung stehenden offiziellen innovationsrelevanten Daten pro Land zu integrieren. Vereinfacht ausgedrückt besteht der Index aus zwei Subindizes, die den Innovationsinput und -output eines Landes wiederspiegeln und die „Pillars“ genannt werden.

Das Input-Pillar umfasst Institutionen (politische und gesetzliche Faktoren), Humankapital und Forschung (Bildung, Forschung und Entwicklung), Infrastruktur (Informations- und Kommunikationstechnologie), den Entwicklungsstand der Wirtschaft (Wissensausbreitung und -absorption, Innovationsnetzwerke) und der Märkte (Handels-, Finanz- und Investmentfaktoren). Dagegen umfasst das Output-Pillar wissenschaftliche Ergebnisse (Patente, neue Geschäftsideen) und kreative Ergebnisse (kreative Produkte und Services).

Top 10: Die innovativsten Länder der Welt

Im Global Innovation Index 2016 hat es Deutschland nun zum ersten Mal unter die Top-Ten geschafft. Betrachtet man die Bewertungsmethodik des Index, lässt sich feststellen, dass dies hauptsächlich konstant guten Werten der Indikatoren Wissensbildung, Forschung, Entwicklung und Patente zu verdanken ist.

So gestaltet sich das Ranking der innovativsten Länder:

  • Platz 1: Schweiz
    2015: Platz 1; 2014: Platz 1
    Stärken: Politische Verhältnisse, freundliches Unternehmensumfeld
  • Platz 2: Schweden
    2015: Platz 3; 2014: Platz 3
    Stärken: Bildung, Forschungssysteme, kleine und mittelständische Unternehmen
  • Platz 3: Großbritannien
    2015: Platz 2; 2014: Platz 2
    Stärken: Infrastruktur, Humankapital und Forschung
    Gefahr: Brexit
  • Platz 4: USA
    2015: Platz 5; 2014: Platz 6
    Stärken: Hochschulwesen, kulturelle und kreative Dienstleistungen
  • Platz 5: Finnland
    2015: Platz 6; 2014: Platz 4
    Stärken: Öffentliche Institutionen, Forschung und Humankapital
  • Platz 6: Singapur
    2015: Platz 7; 2014: Platz 7
    Stärken: Forschung und Humankapital, Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Platz 7: Irland
    2015: Platz 8; 2014: Platz 11
    Stärken: Technologie- und Wissensdiffusion und Outputs
  • Platz 8: Dänemark
    2015: Platz 10; 2014: Platz 8
    Stärken: Forschung und Humankapital, Start-up freundlich
  • Platz 9: Niederlande
    2015: Platz 4; 2014: Platz 5
    Stärken: Online-Dienstleistungen, Patentanmeldungen, kreative Outputs
  • Platz 10: Deutschland
    2015: Platz 13; 2014: Platz 13
    Stärken: Forschung und Entwicklung, Wissensbildung, Patente

Die aktuelle Ausgabe des Global Innovation Index können Sie kostenlos und vollständig hier herunterladen.

Weiterführende Informationen

Wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in diesem wissenschaftlichen Fachartikel von AKAD-Professor Rossberger Einblicke in die wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen von Innovationsfähigkeit: „Participative and Team-Oriented Leadership Styles, Countries’ Education Level, and National Innovation: The Mediating Role of Economic Factors and National Cultural Practices” in Cross Cultural Research.

Autor: Professor Dr. Robert Rossberger

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