Weshalb KI und Menschen Probleme unterschiedlich lösen

12 Dezember 2019

Prof. Dr. Dieter Huber ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats und lehrt interkulturelles Management an der AKAD University. Im AKAD Forum 2019 hat er einen Rückblick über die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz gegeben und ihre Grenzen aufgezeigt. Im Interview erklärt er, weshalb Computer und Menschen Probleme unterschiedlich lösen und warum es wichtig ist, die Kontrolle der Lösungsfindung nicht völlig dem Computer zu übergeben.

KI schafft den Menschen nicht ab

Aus Sicht des ausgewiesenen Computerlinguistik- und KI-Experten der ersten Stunde geht schon viel in diesem Bereich. Aber bei weitem nicht alles: Er betont im Interview die Diskrepanz zwischen menschlichen und maschinellen Lösungen. Beide seien intelligent – und dennoch völlig unterschiedlich in ihren Ergebnissen, weil der Maschine die Fähigkeit zu Empathie und Relevanz fehle. Und diese auch noch sehr lange nicht erwerben könne. Diese Einordnung bleibt seiner Ansicht nach dem Menschen vorbehalten. Damit nimmt er die Sorge vieler Digitalisierungsskeptiker vor der Abschaffung unserer Spezies durch KI. Gefühle und Werte lassen sich eben nicht in Algorithmen programmieren.

Beachtliche Karriere – gelassener Blick

Prof. Dr. Dieter Huber promovierte 1988 zum Dr. phil. an der Universität Göteborg, seine Habilitation erfolgte 1990 ebenfalls an der Universität Göteborg. An seine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent der TH Göteborg (1988-1990) und Gastforscher der ATR, Kyoto (1990) schloss er eine dreijährige Tätigkeit als Universitätsdozent der TH Göteborg an. Von 1993-1994 übernahm er die Lehrstuhlvertretung der C 4-Professur für Angewandte Informatik an der Universität Leipzig und betreute den Aufbau der Lehrstühle für Computerlinguistik und Künstliche Intelligenz am Fachbereich Informatik. Ab 1994 bis zu seiner Emeritierung lehrte er als Universitätsprofessor an der Universität Mainz. Seit 2015 hat er den Vorsitz des wissenschaftlichen Beirats der AKAD Hochschule Stuttgart inne. Dieser breite Erfahrungsschatz speist seine Einschätzung, dass sich der Mensch die Möglichkeiten der KI zunutze machen soll – sie aber nicht zu fürchten braucht.

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